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Tag der Alleen : „Allee des Jahres“ verbindet Pölitz mit Nachbarn

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Heinrich Baumann macht Ahorn-Allee zwischen Pölitz und Warnkenhagen zur Allee des Jahres.

von
erstellt am 20.Okt.2016 | 21:00 Uhr

Mit seiner Kamera hat Heinrich Baumann aus Wattmannshagen die schmale Straßenverbindung zwischen Pölitz und Warnkenhagen zur „Allee des Jahres“ gemacht. Seit 2008 begibt sich die Umweltorganisation BUND alljährlich auf die Suche nach Kandidaten für diesen Titel. Der BUND bedient sich dabei der Fotografierleidenschaft von Menschen und schreibt für den Fotografen und seinen Vorschlag für die Allee des Jahres einen Preis aus. Dass der nicht zum ersten Mal nach Mecklenburg-Vorpommern geht, mag im neben Brandenburg „Hauptland“ der Alleen in Deutschland nicht verwundern. Erstmals hat die Jury mit der Ahorn-Allee bei Pölitz jedoch eine Allee im Landkreis Rostock auserkoren.

„Alleen verbinden“ – die Verbindung nach Warnkenhagen ist wie gemacht für das diesjährige Thema des Wettbewerbs. Verlief hier doch einst nicht nur die Kreisgrenze Güstrow-Teterow, sondern sogar die Trennlinie zwischen den Bezirken Schwerin und Neubrandenburg. Auf dem Land bedeutete das damals: Hinter diesen Grenzorten war die Welt zu Ende. 1993, noch vor der ersten Kreisgebietsreform, wurde der unbefestigte Landweg zwischen Pölitz und Warnkenhagen ausgebaut. Eine Asphaltdecke schlängelt sich seitdem durch die Ahornbäume, die auf großem Abschnitt die Strecke säumen. Das bekommt diesen nicht überall gut. Katharina Brückmann, Alleen-Beauftragte beim BUND Mecklenburg-Vorpommern, verweist auf aus ihrer Sicht zu viele Ausweichtaschen, auf ausgebrochenen Asphalt, wo Wurzeln aus der Enge treiben, auf an manchen Stellen weniger als die zwei bis drei Meter gewünschten Abstand zum Ackerboden. Manche Lücke hatten die Gemeinden bereits mit einem jungen Baum schließen müssen. Zufrieden stellt Brückmann aber auch fest, dass die Landwirte einen Blühstreifen angelegt haben, der verschiedenem Getier Lebensraum zwischen Baum und Feld gibt.

Einzigartiges Kulturgut und Wahrzeichen

So sieht auch Landrat Sebastian Constien die erstmalige Ehrung für eine Allee im Landkreis Rostock als Auszeichnung und Mahnung für die Erhaltung des Kulturgutes Straßenallee zugleich. „Das Umweltamt steht Städten und Gemeinden bei ihren Straßen- und Wegeplanungen mit Rat und Tat zur Seite, damit die einzigartigen Alleen im Landkreis Rostock bestehen bleiben“, erklärt Constien. Und seine Alleen-Expertin Maren Polzin bekräftigt: „Wir erarbeiten gern Lösungen, die den Schutz der Alleen mit dem notwendigen Straßen- und Wegebau verbinden.“

Der „Macher“ der Preis-Allee, Heinrich Baumann, kann sich über einen Preis freuen: ein Wochenende zu zweit auf der Burg Lenzen ist sein Lohn. 1969 sei er nach Mecklenburg gekommen. „Das war, hier, um Schlieffenberg, eine Landschaft, die mich fasziniert hat. Unsere Alleen sind für mich Wahrzeichen Mecklenburgs und deshalb gerne genommenes Fotomotiv“, erklärt der Wattmannshagener, warum er sich an dem Wettbewerb beteiligt hat.

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