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Güstrower Anzeiger

19. Oktober 2017 | 14:55 Uhr

Güstrow : Alle Wohnungen längst vermietet

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Sanierung der Gleviner Straße 10/Grepelstraße 17 auf der Zielgeraden – Mieter sollen ab Juni einziehen können.

von
erstellt am 19.Apr.2017 | 05:00 Uhr

Um ein kleines Fenster im Treppenaufgang des Kemladens (Anbau) hat Victoria Lieberum gekämpft. Ihr Mann Reinhard Lieberum benennt ein großes Zimmer an der Straßenseite als seinen Lieblingsraum im historischen Gebäude an der Gleviner Straße 10. „Es hat ein bisschen was von einem Palazzo, fast ein Tanzsaal“, erklärt er und meint vor seinem geistigen Auge Männer und Frauen plaudernd an einer Festtafel zu sehen. Während unzählige Handwerker durchs Haus wuseln, ist das Ende der Sanierung abzusehen. Ab Juni können die Mieter einziehen. „Alle zwölf Wohnungen sind schon seit Monaten vermietet. Das hat uns selbst überrascht“, sagt Reinhard Lieberum.

Dabei war es durchaus ein schweres Stück Arbeit. War Architekt Udo Fliege bei Sanierungsbeginn noch guter Dinge, dass das Haus mit dem ältestes Teil von 1618 in einem besseren Zustand sei, als die Gebäude am Berge 10-12, die das Ärztepaar aus Lahnstein (Reinland-Pfalz) zuvor hatte sanieren lassen, so belehrte ihn der Schwamm schon bald eines Besseren. Die Folgen: Verlängerung der Bauzeit um etwa ein halbes Jahr und steigende Kosten. Die Lieberums nahmen aus der Ferne Anteil und loben gute Partner vor Ort: Architekten, Handwerker, Bauleitung. Bauen aus der Ferne, das gehe nur, wenn man Spaß an der Sache hat und bereit ist, sich auf einen ungewissen Verlauf der Sanierung einzulassen, erklärt Reinhard Lieberum. „Wie am Berge können wir von Glück reden, dass wir jetzt wieder ein wunderbares Ergebnis vor Augen haben“, fügt der Lahnsteiner hinzu.

Nicht ohne Stolz führte er jüngst wenige Gäste durch das Haupthaus, den Kemladen und das kleine Fachwerkhaus Grepelstraße 17. Sehr individuelle Wohnungen sind entstanden. Hier gibt es im Wohnzimmer einen Fries, dort eine Stuckdecke oder eine Flügeltür, die einst ins Nachbarzimmer führte und sich nun in einen Schrank verwandelt. Niedrige Deckenhöhen im Kemladen an der Grepelstraße hatten die Architekten beim Zuschneiden praktikabler Wohnungen besonders herausgefordert. Im Ergebnis erstrecken sich hier die Wohnungen über zwei Etagen – mit niedrigen Decken die Funktionalräume, darüber die Wohnräume mit einem herrlichen Blick auf die Altstadt mit ihren roten Dächern. So genannte Cabrio-Fenster ermöglichen es gewissermaßen aus dem Dach herauszutreten und zum Beispiel auf die Wächterfigur nun wieder mit Hellebarde (SVZ berichtete) zu blicken.

Historischen Details so weit wie möglich gerecht zu werden und sie mit den Vorteilen des Neuen zu verbinden, ist dem Bauherren-Ehepaar ein wichtiges Anliegen. Deshalb wird u.a. auch der sehr großzügig Eingangsbereich mit Portalsäulen und imposanter Treppenanlage aus einer Umbauphase im 19. Jahrhundert erhalten. Große Türen zu beiden Seiten führen zwar nicht mehr in die dahinter liegenden Wohnungen, unterstreichen aber den repräsentativen Gesamteindruck des Entrees.

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