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Katzenfund : Alle Liebe für „Kätzchen“ Coteck

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Die Güstrower Magdalena und Peter Schmidt finden herrenlosen Kater und geben ihm nach schwerer Knieverletzung das Leben zurück.

Es ist der 20. August 2016. In der oberen Etage eines Hauses in der Güstrower Bleicherstraße hört Magdalena Schmidt aus dem offenen Badezimmerfenster ein nicht enden wollendes, jämmerliches Miauen einer Katze. Sie geht mit ihrer Tochter Joanna auf die Straße, folgt dem kläglichen Maunzen. Es kommt aus dem Rosengarten. Unter einem Busch entdecken sie ein flauschiges Katzen-Knäuel, das sich von Nahem aber als ein Häufchen Elend entpuppt. Es duckt sich ängstlich. Aber Magdalena Schmidt hat vorgesorgt und ein Würstchen mitgenommen. Das funktioniert. Das dem Hungertod nahe Kätzchen schleppt sich zu den Frauen und verschlingt die Wurst. Dann nehmen sie es in ihre Wohnung mit. In dem Moment gehört Kater Coteck, was auf Polnisch „Kätzchen“ heißt, zur Familie Schmidt.


Von der ersten Minute an lieb gewonnen


„Wir haben ihn von der ersten Minute an lieb gewonnen und er fühlte sich sofort bei uns wohl, weil es ihm in den ersten Lebenswochen dreckig gegangen sein muss“, erinnert sich Peter Schmidt an die ersten Stunden. Schmidts schätzen Cotecks Alter auf sechs bis acht Wochen. Das bestätigt der Tierarzt, bei dem der Kater nach einigen Tagen des Aufpäppelns untersucht, geimpft, entwurmt und später kastriert wird. „Das sind wir Coteck schuldig“, sagt Peter Schmidt, beruflich Geschäftsführer der Awo in Güstrow. Schmidts Liebe zu Katzen wird schon als Kind geweckt. „Mein Vater war Pfarrer und im Pfarrhaus gab es immer Katzen“, blickt er zurück. Coteck ist seine dritte Katze, eine wurde 17 Jahre alt, um eine trauerte er als sie überfahren wurde. Die Liebe zu Katzen begleitet auch seine Frau, die in Güstrows Partnerstadt Gryfice (Greifenberg) zu Hause ist und seit dreieinhalb Jahren in Güstrow lebt. „Vor unserem Haus trafen sich immer bis zu zehn Katzen. Ich erinnere mich noch daran, dass wir sie einmal bei minus 25 Grad ins Haus holten“, erzählt sie.


Bald wieder als Stubentiger unterwegs


Coteck, eine europäische Kurzhaarkatze mit tigerrotem Fell, erholt sich bei guter Pflege schnell. Aber ein Samtpfötchen ist er nicht immer. Coteck wird im wahrsten Worte des Wortes und mit seinem Aussehen zum Stubentiger. Kein Blumentopf ist vor ihm sicher, kein Balken in der Wohnung zu hoch, um darauf zu klettern. Der Wildfang darf sich in der ganzen Wohnung aufhalten. Morgens gewöhnt er sich an, sein Lieblingsfamilienmitglied – Magda – mit einem leichten Biss in den Fuß zu wecken und so ums Fressen zu bitten. Auf unzähligen Fotos halten Schmidts Cotecks Leben auf Fotos fest. Sie zeigen ihn lang ausgestreckt und schmusend mit Frauchen und Herrchen auf der Couch, auf dem Rand der Badewanne, am PC oder in der Waschmaschine, wo der neugierige „Knabe“ reingeklettert ist.

Dann aber beginnt eine Odyssee für Coteck und die Schmidt-Familie. Als er größer wird, fängt er an zu humpeln. Das Laufen wird zur Quälerei, nichts ist mehr von dem herumtobenden Kater zu sehen. In der Tierklinik Rostock wird eine angeborene Erkrankung – eine Patellaluxation, eine Kniegelenksverletzung, bei der die Kniescheibe (Patella) aus ihrer Führung springt – diagnostiziert. Als Schmerzmittel nicht helfen, entscheiden sich Schmidts für eine Operation mit der Aussicht, dass der Eingriff gelingt und Coteck ein normales und langes Katzenleben führen kann. Am 1. Juni und 7. Juli wird der Kleine erfolgreich operiert.

In den ersten Tagen muss Coteck gefüttert werden, die Operation hat ihn geschwächt. Er darf nur laufen, aber fünf Wochen nicht springen. Oft ruht er sich in einer Schale seines Kratzbaumes, sein Lieblingsplatz, aus. Wenn er sich streckt, sieht man die Operationsnarben und das fehlende Fell an den Pfoten. Er blinzelt ehe er einschläft. Coteck ist auf gutem Weg, gesund zu werden.




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