Städtepartnerschaft : „Alle können nach Ribe kommen!“

Das Abschiedsfoto mit Vertretern von Ely, Ballenoy, Güstrow und Ribe Fotos: hans-jürgen kowalzik (4)
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Das Abschiedsfoto mit Vertretern von Ely, Ballenoy, Güstrow und Ribe Fotos: hans-jürgen kowalzik (4)

25 Jahre Städtepartnerschaft zwischen der dänischen Stadt und Güstrow. Esbjerg Kommune gibt Unterstützung.

svz.de von
07. Juni 2016, 05:00 Uhr

25 Jahre partnerschaftliche Beziehungen zwischen Ribe und Güstrow wurden von Freitag bis Sonntag in der dänischen Stadt gefeiert. Dazu reiste eine Delegation von zwölf Mitgliedern des Partnerstadtvereins Güstrow unter der Leitung des Vorsitzenden Peter Schmidt in die älteste Stadt – 1306 Jahre – unseres Nachbarlandes. Außerdem waren zwei weitere Städte eingeladen: Balleroy (Frankreich), das seit 60 Jahren Partnerstadt ist, und Ely aus Großbritannien, seit 25 Jahren freundschaftlich mit Ribe verbunden.


Ideen sammeln für künftige Besuche


Das Jubiläumswochenende startete mit einem Festempfang, auf dem Jesper Frost Rasmussen, Vize-Bürgermeister der Esbjerg Kommune, die Bedeutung der freundschaftlichen Beziehungen unterstrich. Nach einer Gebietsreform gehört Ribe seit 2007 zu Esbjerg. Gegenüber SVZ erklärte Rasmussen, dass ihm die Verbindungen zu Güstrow sehr wichtig wären. Die Esbjerg Kommune unterstützt die Städtepartnerschaften jährlich mit 8000 Euro. Der Güstrower Verein erhält von der Stadt einen Jahreszuschuss von 2900 Euro.

Tove Kjellerup, Vorsitzende des Partnerstadtvereins Ribe, betonte, dass der Verein weiter Kontakte zu Güstrow pflegen möchte. „Alle können kommen, Schüler, Vereine, Sportler und Künstler. Wenn wir eine Einladung erhalten, reisen wir sehr gern nach Güstrow“, sagte sie.

Peter Schmidt unterstrich, dass dem Güstrower Verein die Freundschaft mit Ribe sehr am Herzen liege. Als Jubiläumsgeschenk überreichte er ein Bild von Peter Hoff, das eine kombinierte Stadtansicht von Ribe und Güstrow zeigt. Darüber strahlt als Symbolik für die künftige Partnerschaft die Sonne. „Gerade jetzt, in einem aufgewühlten Europa, ist es wichtig, die Beziehungen zu vertiefen“, erklärte Schmidt. Er ging auch auf die Anfänge 1972 ein, als die DDR Wünschen der Dänen nach einer Städtepartnerschaft im Osten Deutschlands nachkam. Stadtrat Leonhardt Petersen war die treibende Kraft. Als aber die DDR-Offiziellen keine familiären Kontakte mit Güstrowern zuließen, beendete Ribe die Beziehungen. Zur Wende war es der Vorsitzende Richard Kvaernö, der die Beziehungen anschob. Im Frühjahr 1990 fuhren die ersten 45 Güstrower nach Ribe. Kvaernö, gerade 80 Jahre geworden, ist heute der Ehrenvorsitzende des Riber Vereins. Er ergriff beim Festessen das Wort. „Wir brauchen einander in einem gemeinsamen Europa, denn die Zusammenarbeit ist ein Teil unseres Lebens“, hob er hervor.

Das unterstrichen auch Tove Kjellerup und Ruth Christensen sowie Peter Schmidt. Schmidt: „Jeder wird seine Ideen aufschreiben. Ich denke z.B. an die Wossidloschule, die Kontakte nach Ribe hatte. Aber auch an Kitas, Sportvereine – in Ribe wird Handball gespielt – oder an Austausche zwischen Seniorenzentren. Alles hängt aber letztlich an denen, die das umsetzen.“ Ein Problem haben die Dänen, was schulische Kontakte betrifft: Ein Gesetz verfügt, dass es keine staatlichen Zuschüsse gibt.


Freundschaften durch familiäre Kontakte


Besonders gut florieren die Beziehungen, wenn Familien sie pflegen. Dafür stehen inzwischen viele, die sich seit langem kennen und sehr gute Freunde geworden sind. Bei den Güstrowern Marianne und Karl-Heinz Eberhardt war es viele Jahre die Familie Kaspers. Dieses Mal wurden sie von Birte und Erling Larsen umsorgt. Die Eberhardts schwören auf die liebenswerte Riber Gastfreundschaft.

Genauso geht es Hanni Böttcher und Volker Planert, ehemaliger Vorsitzender des Partnerstadtvereins. Sie wohnten bei Ruth Christensen und Kurt Pedersen. „Es war herzlich wie immer. Wir schätzen uns sehr. Unser Zusammensein strahlt viel Wärme aus. Nichts ist aufgesetzt, alles kommt aus tiefstem Herzen“, sagen die Groß-Schwiesower, die seit über zehn Jahren sehr eng mit Ribe verbunden sind.

Zu dem Jubiläum passte das hochsommerliche Wetter beim Tagesausflug auf die Insel Römö, „Ribe bei Nacht“ am Freitag – ähnlich wie die Güstrower Einkaufsnacht –, das Festessen mit dem gemeinsamen Singen von dänischen, englischen, französischen und deutschen Volksliedern und am Sonntag zum Abschluss ein Gottesdienst im Dom am Nationalfeiertag Dänemarks. „Um die Partnerschaft zwischen beiden Städten ist mir nach solch einem herrlichen, herzlichen Wochenende nicht bange“, resümierte Peter Schmidt.







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