Wldtierhilfe MV : Aktiver Tierschutz mit dem Mini-Hubschrauber

Tierschützer Frank Demke präsentiert einen Octocopter der mit Wärmebild- und Videokamera ausgestattet ist. Mit Hilfe des Fluggeräts werden Wildtiere aufspürt und anschließend vor einem tödlichen Kontakt mit einer Landmaschine bewahrt.
Tierschützer Frank Demke präsentiert einen Octocopter der mit Wärmebild- und Videokamera ausgestattet ist. Mit Hilfe des Fluggeräts werden Wildtiere aufspürt und anschließend vor einem tödlichen Kontakt mit einer Landmaschine bewahrt.

Verein Wildtierhilfe MV will möglichst viele Wildtiere vor dem sicheren Tod bewahren

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17. Juni 2015, 06:00 Uhr

„Derzeit klingelt fast jeden Tag bei mir das Telefon“, erzählt Frank Demke aus Sabel. Der 53-Jährige ist Mitglied der Wildtierhilfe MV. Der gemeinnützige Verein möchte Wildtieren helfen, die durch Menschenhand in lebensbedrohliche Situationen geraten sind. Vor allem wenn wild lebende Jungtiere ohne Elternteil von Menschen aufgefunden werden oder durch moderne Landmaschinen verletzt werden. Beim derzeitigen Grünschnitt kommt es durch die schnell laufenden Maschinen immer wieder vor, dass junge Rehkitze, Feldhasen oder Füchse verletzt beziehungsweise getötet werden.

„Kommen nun Teile eines toten Tieres mit dem Grünfutter in den Futterkreislauf, so kann sich Botulinumtoxin bilden. Das ist ein starkes Nervengift das sowohl den gesamten Tierbestand zur Strecke bringen, als auch beim Landwirt selbst schwere Gesundheitsschäden hervorrufen kann“, erläutert Demke und geht dabei noch einen Schritt weiter: „Ist das Gift erst einmal über das Fleisch in den Lebensmittelkreislauf gekommen, so kann ein großer Personenkreis mit dem Toxin in Berührung kommen und erkranken.“

Nicht zuletzt deshalb haben sich die knapp 20 Mitglieder des Vereins auf die Fahnen geschrieben möglichst viele Wildtiere vor dem sicheren Tod zu bewahren. Dazu fliegen sie gegenwärtig in Abstimmung mit einigen Landwirten vor der Mahd bestimmte Grünflächen mit einem Octocopter ab. Der sucht ausgestattet mit einer Wärmebild- und Videokamera GPS-gesteuert gezielt ein vordefiniertes Gelände ab. Wird dort ein Jungtier gefunden, wird die Stelle von den Tierschützern markiert und provisorisch mit einem Windschutz eingefriedet. Mäht nun der Landwirt die Fläche, so kann er den gekennzeichneten Bereich mit seinem Mähwerk umfahren. Auf diese Weise können zahllose Tiere gerettet werden.

Daher entschließen sich immer mehr landwirtschaftliche Unternehmen mit dem Verein zusammenzuarbeiten. Allein im Mai wurden bei vier Flugeinsätzen rund 120 Hektar abgeflogen. In den kommenden Wochen sollen noch einmal 500 Hektar dazukommen. Geflogen werden kann nur, wenn es die Witterungsbedingungen erlauben. Zu starker Wind oder Regen macht das Aufsteigen des Copters unmöglich.

„Dennoch möchte der Verein alles unternehmen, um in Not geratenen Tiere zu helfen. Vor geraumer Zeit wurde deshalb auch bei der zuständigen Behörde die Errichtung einer Pflegestelle für aufgefundene und verletzte Tiere beantragt. Dieser Antrag blieb bisher unbeantwortet. „Es ist aus meiner Sicht nicht zu verstehen, dass die Behörde so lange mit einer Antwort auf sich warten lässt“, so der Tierschützer.

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