Feuerwehr Langhagen : Ärger beiseite geschoben und gefeiert

In Langhagen wurde nicht nur gefeiert, Besucher konnten auch etwas lernen: Nico Langner (3.v.l.) erklärt die Funktionsweise eines Defibrillators, Karl- Heinz Rohberg, Helmut Frenz und Klaus Lange (v.l.) hören zu.
In Langhagen wurde nicht nur gefeiert, Besucher konnten auch etwas lernen: Nico Langner (3.v.l.) erklärt die Funktionsweise eines Defibrillators, Karl- Heinz Rohberg, Helmut Frenz und Klaus Lange (v.l.) hören zu.

70 Jahre Feuerwehr in Langhagen auch ohne die ganz große Fete und einen Wehrführer im Amt.

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09. Juli 2018, 05:00 Uhr

Nein, ganz einfach war es nicht. Die Langhagener Wehr hat keinen Wehrführer mehr, Nico Mertel ist abberufen. Und das Dorffest, dass zum Feuerwehrjubiläum veranstaltet werden sollte, konnte so – also ganz groß – auch nicht stattfinden (SVZ berichtete). Also gab es ein kleines Fest, organisiert vom Förderverein der FFw Langhagen am Feuerwehrhaus. Die große Schlagerparty folgte am Abend in Lalendorf.

Allzu viele Tränen vergossen die Langhagener deshalb nicht mehr. „Jetzt kümmern sich die Kameraden eben wieder selbst um alles, was wir eigentlich vermeiden wollten“, sagt Karl-Heinz Rohberg, stellvertretender Wehrführer. „Hauptsache, die Kinder haben ihren Spaß und die Leute treffen sich und plaudern miteinander“, meint Karl-Heinz Rohberg. Wie es mit der Feuerwehr Langhagen, die man bisher als gut aufgestellt gesehen hatte, weitergeht, wisse er noch nicht. Die Abberufung von Nico Mertel sei bestätigt, der Protest dagegen habe nicht geholfen. Damit seien aber noch nicht alle Messen gesungen, so der stellvertretende Wehrführer. Eigentlich hatte man vor drei Jahren gehofft, dass Nico Mertel eine langjährige Nachfolge von Hans-Jürgen Jeschke, der von 1982 bis 2015 Wehrführer in Langhagen war, antreten würde.

Von der personellen Situation abgesehen, blickt Hans-Jürgen Jeschke, seit Jahrzehnten Feuerwehrmann in Langhagen, zufrieden auf die Wehr. Sie habe sich über all die Jahr gut entwickelt, ein neuen Feuerwehrhaus bekommen und sei technisch gut ausgerüstet. Als Schwerpunktfeuerwehr sind vor allem Aufgaben im Zusammenhang mit der nahen Autobahn und der Bahnstrecke zu erfüllen. Und schon war man im Gespräch bei einem der größten Einsätze der Wehr – 1964 bei einem schweren Zugunglück in Langhagen.

Schon am Freitagabend hatte es eine Festveranstaltung zum 70-jährigen Bestehen der Wehr gegeben. „So ist es belegt, auch wenn immer wieder erzählt wird, dass es auch schon vor dem Zweiten Weltkrieg eine Wehr in Langhagen gegeben habe“, erzählt Hans-Jürgen Jeschke. Aber dafür gebe es keine Belege.

„Das ganze Theater hält uns nicht davon ab zu feiern“, sagte Werner Kugele. Gisela Jeschke fügte hinzu: „Gerade deshalb.“ Beide hätten sich eine versöhnlichere Lösung gewünscht. Zur Abberufung des Wehrführers hätte es ihrer Meinung nicht kommen dürfen. „Die Feuerwehr ist im Dorf immer vornweg. Das ist für alle gut“, betont Werner Kugele. Mit Frau und Enkelkindern war er am Sonnabend zum Fest gekommen und fand es „umso besser, dass alles noch so gut gelungen ist“. Das betonte auch Regina Hüffner, die am Freitagabend in den Feuerwehrförderverein eintrat. Gern unterstütze sie die Wehr. Die Langhagenerin hat sich in einem Brief an Lorenz Caffier, Innenminister in MV, gewandt. Sie schildert darin die Situation in Langhagen und beklagt den Umgang mit einander. Sie nennt es Behördenwillkür.

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