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Strassennamen : Adressen ändern sich – aber wo?

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Doppelungen von Straßennamen in Krakower Ortsteilen sollen verschwinden

von
erstellt am 15.Jan.2015 | 06:00 Uhr

Andere Adressen könnten Einwohner des Luftkurortes oder seiner Ortsteile demnächst bekommen. Jedenfalls jene, die in der „Güstrower Straße“, in der „Langen Straße“ oder „Am Schloss“ wohnen. Denn: Diese Straßenbezeichnungen gibt es in der Gemeinde Krakow am See doppelt. Bereits im Dezember standen die Änderungen auf der Tagesordnung, doch die Stadtvertreter haben das Thema wieder abgesetzt.

Hintergrund für die Beschlussvorlage ist, wie in vielen anderen Kommunen, der Zusammenschluss von Gemeinden in der letzten Zeit. Die damit einhergehende Doppelung von diversen Straßennamen bereitet so manche Probleme. So gibt es immer wieder Irrläufer bei Postzustellungen. Auch kann so manches Navigationsgerät die gleichen Straßennamen in verschiedenen Ortsteilen nicht auseinander halten, wie z.B. Touristen wiederholt berichten, die eine Unterkunft in oder um Krakow am See ansteuern. Weniger Sorge bereite die Straßennamensgleichheit dagegen den Rettungsdiensten, erklärt Stadtvertreter Hilmar Fischer (Die Linke), der im Fach arbeitet. Die Leitstelle und die Rettungskräfte wie Feuerwehr oder DRK hätten sich auf die speziellen Situationen längst gut eingestellt und wüssten schon, wo sie hinfahren müssen, so Fischer.

Dennoch bleibt die generelle Problemlage, auf die auch das Innenministerium von Mecklenburg-Vorpommern hinweist: Straßennamen hätten eine wichtige Orientierungsfunktion, und da hätten die Gemeinden für eine eindeutige Identifizierung zu sorgen, um Verwechslungen zu vermeiden.

So gibt es die Güstrower Straße sowohl in der Stadt wie auch in Charlottenthal. Obzwar im Ortsteil deutlich weniger Einwohner in der Güstrower Straße zu Hause sind (41) als in der Stadt (169), jedoch 13 Gewerbebetrieben im Ortsteil nur vier in der Stadt gegenüber stehen, hatte die Amtsverwaltung die Umbenennung der Güstrower Straße in Krakow am See vorgeschlagen in Alte Güstrower Straße.


Oppitz: Leute sollen selbst bestimmen


Im Gegenzug – Bürgermeister Wolfgang Geistert sprach einen Solidargedanken an – sollte die Lange Straße in der Stadt ihren Namen behalten, und in Charlottenthal, wo es ebenfalls eine Lange Straße gibt, geändert werden: in einen Teil zu „An der Eiche“ und einen zweiten in „Unter den Linden“. Während in der Charlottenthaler Langen Straße 83 Menschen wohnen (Krakow 69), sind in der Stadt dagegen 25 Gewerbe angemeldet (eins in Charlottenthal).

Weil das Umschreiben sämtlicher Anschriften für Firmen einen größeren Aufwand verursacht als die Adressänderung den Bürgern, wollte die Verwaltung dies also vorrangig berücksichtigen. Für die Bürger sei die rein formale Umschreibung des Personalausweises kostenlos, betont der Bürgermeister. Und weiß natürlich, dass es damit nicht getan ist. Für weitere Dokumentenänderungen jedoch müsste jeder Bürger selbst aufkommen.

Auch deshalb meint Nils Ruhnau (CDU), dass die Änderung der Güstrower Straße in der Stadt zu viele Menschen betreffe. Er schlug deshalb vor, doch lieber in Charlottenthal die Straße in „Neue Güstrower Straße“ zu ändern. Dies nahm die Mehrheit der Stadtvertreter so an.

Unter diesem Aspekt brachte Jörg Oppitz (Heimatverein Charlottenthal) das Verfahren vorerst zum Stoppen: „Wenn denn die Leute das schon selbst bezahlen sollen, dann sollen sie auch selbst bestimmen, wie ihre Straße künftig heißen soll.“ Da könne ja die neue Ortsteilvertretung schon mal wirksam werden.

Weniger problematisch ist die Lage „Am Schloss“, die es in Alt Sammit gibt und auch in Bellin. In Alt Sammit beträgt die aktuelle Einwohnerzahl unter dieser Anschrift 16. In Bellin wohnt dagegen niemand „Am Schloss“ – weshalb es dort wohl auch gar kein Straßenschild gibt – was zumindest auch diese Kosten einsparen würde. Die Straße sollte künftig „Am Belliner Schloss“ heißen, womit man in Alt Sammit problemfrei weiter „Am Schloss“ wohnen könnte.

Am 27. Januar könnte das Thema erneut auf der Tagesordnung der Stadtvertreter stehen. Zielvorstellung der Verwaltung ist es, die Umbenennung der Straßen bis Jahresmitte zu vollziehen.

 

 

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