Krakow am See : Acht Jahre Haft für Vergewaltiger

Das Langericht Rostock verurteilte gestern den 35-jährigen Obdachlosen Michael Sch. wegen schwerer Vergewaltigung, schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes und Körperverletzung zu einer Haftstrafe von acht Jahren.

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23. November 2012, 06:56 Uhr

Rostock | Die 2. Große Strafkammer des Landgerichtes Rostock verurteilte gestern den 35-jährigen Obdachlosen Michael Sch. aus Dresden wegen schwerer Vergewaltigung, schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes und Körperverletzung zu einer Haftstrafe von acht Jahren. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte am 19. Juni am helllichten Tage in Krakow am See eine sich auf dem Heimweg befindende achtjährige Schülerin in ein verwahrlostes Abrisshaus in der Nähe des Bahnhofs schleppte, sie dort fesselte und knebelte und sich mehrfach an ihr verging. Der 35-Jährige hielt das Kind mit einem Messer in Schach. Er drohte damit, das kleine Mädchen abzustechen. Nahezu zwei Stunden war das Kind in seiner Gewalt. Die Achtjährige erlitt Verletzungen im Genitalbereich und leidet an deutlichen psychischen Folgen der Tat. So unter anderem an Angstzuständen.

Das Gericht wertete das frühe Geständnis des Angeklagten als strafmildernd. Er ersparte dem Kind damit eine nochmalige Aussage vor Gericht. "Es gibt keine Zweifel an dem Ablauf der Tat und an dem Täter", sagte der vorsitzende Richter. Zu dem Geständnis des Angeklagten kommen die glaubhaften Aussagen des Vaters und Großvaters des Opfers sowie ein eindeutiges Spurengutachten.

Trotz des hohen Blutalkoholgehaltes von 3,2 Promille zur Tatzeit wertete das Gericht den Angeklagten als voll schuldfähig. "Enthemmung durch den Alkohol ja, aber er konnte das Unrecht der Tat trotzdem erkennen", so der Richter. Strafverschärfend zahlten sich die Vorstrafen des Angeklagten aus sowie der Einsatz eines Messers wie auch seine Drohung: "Ich fang dich noch einmal weg, wenn du etwas erzählst."

Anders als von der Staatsanwaltschaft gefordert, ordnete das Gericht die Unterbringung des Angeklagten in einer Entziehungsanstalt an. Das soll nach einem Vorvollzug von zwei Jahren geschehen. "Denn da der Angeklagte schwer alkoholkrank ist - er trinkt seit seinem zwölften Lebensjahr - besteht die Gefahr, dass er weitere erhebliche Straftaten begeht", so der Richter. Auch anders als die Vertreterin der Anklage hielt er eine Therapie nicht von vorn herein für aussichtslos, weil der Angeklagte von sich aus dazu bereit war. "So kann es mit mir nicht weitergehen", hatte Michael Sch. in seinem Schlusswort gesagt. Er zeigte sich einverstanden mit der Zahlung eines angemessenen Schmerzensgeldes an sein Opfer und nahm das Urteil sofort an. Auch die Staatsanwaltschaft stimmte zu. Sie hatte eine Freiheitsstrafe von achteinhalb Jahren gefordert.

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