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Abwasser in Güstrow : Abwassergebühren für Jahre stabil

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

2017 wieder messbare Senkung von Schmutz- und Regenwassergebühren. „Gewinn“ des Abwasserbetriebes für Investitionen.

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erstellt am 07.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Um durchaus nennenswerte Beträge sinken in diesem Jahr die Gebühren für die zentrale Abwasserentsorgung in der Barlachstadt. So erhebt der Städtische Abwasserbetrieb (SAB) nur 1,95 Euro pro Kubikmeter Schmutzwasser. Das sind immerhin fast 10 Prozent weniger als 2016, als noch 2,15 Euro zu berappen waren. Beim Niederschlagswasser sinkt die Vorhaltegebühr für den Quadratmeter versiegelter Fläche um einen auf 16 Cent, während in der Einleitgebühr für Regenwasser der höchste Nachlass die Grundstückseigentümer erfreuen wird: von 36 auf 25 Cent.

Da die im Voraus von den „Verbrauchern“ pauschal erhobenen Gebühren von der Abschlussrechnung regelmäßig abweichen, kann die Gebühr von Jahr zu Jahr schwanken. Deshalb fließen stets die Bilanzen der zurückliegenden abgeschlossenen zwei Jahre je nach Über- oder Unterdeckung hälftig in die Kalkulation ein – für dieses Jahr also aus den Jahren 2014 und 2015 (Da der Wirtschaftsplan des SAB im Voraus stehen muss, geht die Hälfte von 2016 also erst in die Gebührenkalkulation für 2018 ein.). Dabei ist bis ins Jahr 2011 zurück stets eine Überdeckung im Wirtschaftsplan zu beobachten. Für die Verbraucher ist das kein Grund zur Beunruhigung: Da der kommunale Abwasserbetrieb keinen Profit machen darf, gibt er mit seinen dreijährigen „Rückblicken“ zuviel verlangte Gebühren zurück. Andersherum muss er bei korrektem Wirtschaften eine Unterdeckung in Form erhöhter Gebühren wieder ausgleichen.

Letzteres sollte auf mittelfristige Sicht wenn, dann nur in geringem Maße passieren müssen. „Bei nahezu gleich bleibenden Aufwendungen… (bleiben) die Gebühren im Schmutzwasserbereich und im Niederschlagswasserbereich auf nahezu gleichem Niveau“, wird im Wirtschaftsplan 2017 des SAB „für die kommenden 10 Jahre“ prognostiziert.

Einige „Allerdings“ sind jedoch zu berücksichtigen. So dürfe sich die Rechtsprechung nicht ändern (regelmäßig wiederkehrend geben da die Abwasseranschlussbeiträge ein Stichwort), müssen steigende Abschreibungen und eine sich verringernde Eigenkapitalverzinsung beachtet werden. Grundlage für diese Prognose sind Voraussagen für einen Einwohnerrückgang Güstrows, der bis zum Jahr 2025 schlechtestenfalls moderat ausfallen soll. Gar nicht erwähnt in der optimistischen Vorhersage ist das Auslaufen des Einleitvertrages mit der Abwasser Parum GmbH und der für das Jahr 2024 festgelegte Übergang des Klärwerkes Parum ins Eigentum der Stadt Güstrow.

Sollte die Voraussage von Bürgermeister Arne Schuldt zutreffen, könnten dann die Gebühren für die Verbraucher sogar noch weiter sinken. Ein Argument Schuldts für die ausgehandelte Übernahme der Kläranlage waren stets günstigere Gebühren für die Güstrower Bürger. Der Grund: Das private Unternehmen Eurawasser will aus dem Betrieb der Anlage natürlich profitieren.

Einen Gewinn muss und will auch der Städtische Abwasserbetrieb erwirtschaften. Der Überschuss wird jedoch benötigt, um erforderliche Investitionen zu tätigen, die Eigenkapitaldecke zu stärken. In diesem Jahr wird ein Überschuss von 207  000 Euro erwartet. Größere Investitionen sind 2017 die Erneuerung der Schmutz- und Regenwasserkanalisation in der Hagemeisterstraße und der Heinrich-Borwin-Straße sowie die Erschließung der Grundstücke Rövertannen 12 bis 20. Insgesamt plant der SAB in diesem Jahr Investitionen von gut 2 Millionen Euro. Das ist relativ wenig, sind doch in der strategischen Ausrichtung des Abwasserbeseitigungskonzeptes jährlich rund 4 Millionen vorgesehen. Dafür ist dieses Jahr keine Darlehensaufnahme erforderlich.

Bei der dezentralen Entsorgung übrigens stellt sich die Entwicklung indes anders dar als bei den ans Abwassernetz angeschlossenen Grundstücken. Hier schwanken die Gebühren von Jahr zu Jahr stärker und erreichen bei abflusslosen Gruben mit 9,84 Euro pro Kubikmeter einen neuen Höchststand der vergangenen Jahre. Für die Entsorgung aus Kleinkläranlagen klettert die Gebühr von 30,61 Euro auf 39,87 Euro. In der Gegenüberstellung der vergangenen Jahre zeigt sich hier die oben beschriebene Schwankung von Unter- und Überdeckung der Gebühren am deutlichsten.

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