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Streit: Kein Neujahrsempfang 2012 in Güstrow : Abschied von einem geliebten Kind

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Einen Neujahrsempfang wird die Kreisstadt 2012 nicht geben. Zu stark liegen die Auffassungen von Bürgermeister und Stadtvertretern auseinander, wie sich schon im Hauptausschuss zeigt.

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erstellt am 25.Nov.2011 | 07:34 Uhr

güstrow | Einen Neujahrsempfang wird die Kreisstadt 2012 nicht geben. Zu stark liegen die Auffassungen von Bürgermeister und Stadtvertretern auseinander, wie sich schon im Hauptausschuss zeigt. Angesichts eines defizitären Etats sowie angeblich neuer gesetzlicher Beschränkungen für freiwillige Leistungen dieser Art schlägt Arne Schuldt eine abgespeckte Variante vor: Am 7. Januar sollte demnach eine rund 150-köpfige Gästeschar ins Rathaus eingeladen werden zu einem etwa zweistündigen Beisammensein. Kleine kulturelle Umrahmung, Ehrungen - und gut, meint der Bürgermeister.

Nicht gut, meint die Mehrheit im Hauptausschuss, in dem sich "große Verwunderung" (Burkhard Bauer) breit machte, als Schuldt am Donnerstagabend seine Vorstellungen präsentierte. "Wir", stellte der Linkspartei-Fraktionschef klar, "werden diesen Weg nicht mitgehen. Kurze Stehbankette brauchen wir nicht." Bauer möchte das "wichtige Dankeschön" an Bürger, Vereine, Verbände, Unternehmen der Barlachstadt nicht missen.

Damit auf einer Welle liegt Sascha Zimmermann (FDP), der den kommunikativen Charakter des Neujahrsempfangs heraushob. Und: "Ein festlicher Rahmen sollte es schon sein."

Rückhalt fand der Bürgermeister nur bei Katharina Krause (CDU): "Groß feiern, obwohl wir das Geld nicht haben, ist nicht angebracht. Die Finanzen müssen schon stimmen."

Lothar Fila (Freie Wähler) möchte den Neujahrsempfang aber als "Aushängeschild" der Stadt verstanden wissen. "Das sollten wir fortführen." Eine zeitliche Begrenzung gehe nicht, im Gegenteil: Das Fest sollte für das Führen vieler Gespräche "nach oben offen" sein. Er sei sogar bereit, mit einer persönlichen Spende dafür einzustehen und stellte klar: "Zu verantworten hat das nicht der Bürgermeister, sondern die Stadtvertretung als Ganzes."

Zustimmung erntet Fila bei Hartmut Reimann (SPD). Der "seit Jahren bewährte Höhepunkt" im Leben der Kreisstadt habe sich bewährt. "Das ist auch eine Frage der Anerkennung des Engagements von Bürgern für ihre Stadt." Man müsse ja kein üppiges Büfett geben. Ehrungen jedenfalls müssten sein.

Arne Schuldt war nicht zu überzeugen. "Ich werde die Gelder nicht aus anderen Bereichen dafür abziehen, das ist mit mir nicht zu machen." Konsequenz des Bürgermeisters: Da eine politische Mehrheit seine Variante nicht wolle, werde er diese auch nicht durchziehen und auf einen Empfang verzichten.

Der Ball liegt damit bei der Stadtvertretung. Friedhelm Böhm hatte das letzte Wort. Zu bedenken gab er, als Stadtpräsident Co-Einladender in der Vergangenheit: Bevor wir gar nichts machen, bitte die Bürgermeister-Variante nicht in Bausch und Bogen ablehnen. Schließlich müsse Güstrow seinen Status als alte und erst recht neue Kreisstadt auch auf diese Weise dokumentieren. Am Ende wolle er sich als Präsident danach richten, was die Stadtvertretung will.

Da kündigt sich erster Zoff an, wenn es in die Haushaltsdiskussion für 2012 geht. Denn "ob das nun ein Neujahrsempfang oder ein Frühlings- oder Sommerfest wird, ist egal", tat Sascha Zimmermann schon mal kund. Dies wäre dann ein Thema für einen gesonderten Posten im Etat 2012. Doch: "Politischer Wille kann nicht unbegrenzt sein." Das meint der Bürgermeister, schon jetzt Widerstand ankündigend.

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