Klubhaus am Inselsee : Abschied mit Träne im Knopfloch

Carsten Jansen (r.) vom Wassersportverein kam gestern zur Verabschiedung von Helmuth und Eleonore Thiel ins Klubhaus und übergab einen Präsentkorb.
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Carsten Jansen (r.) vom Wassersportverein kam gestern zur Verabschiedung von Helmuth und Eleonore Thiel ins Klubhaus und übergab einen Präsentkorb.

Eleonore und Helmuth Thiel betrieben 15 Jahre das Klubhaus am Inselsee / Nachfolgerin Ulrike Nitzschke

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19. Dezember 2014, 22:00 Uhr

Da weinte gestern zum Abschied sogar der Himmel. Auch Helmuth Thiel musste hin und wieder mit Tränenkämpfen. Der 64-Jährige und seine Frau Eleonore (64) waren 15 Jahren Pächter des Klubhauses am Inselsee. Gestern verabschiedeten sie sich von Geschäftspartnern, aber auch von langjährigen Kunden und Freunden. Als Nachfolgerin wird Ulrike Nitzschke ab Januar das Klubhaus übernehen.

Die rustikal eingerichtete Gaststube ist das Markenzeichen des Klubhauses, das von Seglern und Anliegern des Inselsees gern genutzt wird. Urgemütlich und so, wie man es seit vielen Jahren kennt, präsentiert sich das Haus auf der Stadtseite des Sees. „Als wir es übernahmen, wussten wir nicht, wie es werden soll“, erinnert sic Helmuth Thiel. Als Quereinsteiger übernahmen er und seine Frau die Bewirtschaftung des Klubhauses für den Wassersportverein Güstrow 1928. In den Jahren zuvor sei es nicht so gut mit dem Klubhaus gelaufen, die Kunden waren weggeblieben. Also habe man sich anstrengen müssen, um die Kunden wiederzugewinnen. „Wir haben alles selbst gekocht“, erzählt der 64-Jährige. Nach und nach habe es sich das herum gesprochen. Vielleicht war es der selbst gebackene Kuchen, der zog. Geburtstagsfeiern, Festlichkeiten und an den Wochenenden das Angebot für die Nachmittagsstunden führten die Kunden wieder in Klubhaus. Während Eleonore Thiel für die Küche zuständig war, kümmerte sich Helmuth Thiel um den Ausschankbereich. Viel Herzblut hänge daran“, sagte gestern das Ehepaar.

Der Verein war froh, dass mit diesen Pächtern der Betrieb funktionierte. „Sie sind diejenigen, die das Klubhaus am längsten von allen Pächtern bisher bewirtschaftet haben“, informierte Carsten Jansen vom Vorstand des WVG und bedankte sich dafür.


Neueröffnung am 1. Februar geplant


Mit Ulrike Nitzschke (43) hoffen die Vereinsmitglieder, eine gute Nachfolgerin gefunden zu haben. Die Güstrowerin hat Köchin gelernt. „Eigentlich habe ich nicht mehr in die Gastronomie gewollt, aber nun fange ich doch noch einmal neu an“, sagte sie. Über ihre Kinder sei sie zum Wassersportverein gekommen. Ganz allein wolle sie es nicht stemmen, doch die Familie, selbst Thiels und der Verein stünden hinter ihr.
Ihr Plan: Hier wird es auch weiterhin eine gutbürgerliche Küche geben. In der Woche wird das Klubhaus abends geöffnet sein und am Wochenende bereits ab mittags. Doch zuerst soll renoviert werden. „Die Küche bekommt eine neue Einrichtung und so manches muss renoviert werden“, sagt Ulrike Nitzschke. Wenn alles nach Plan läuft, wird am 1. Februar neu eröffnet.

Auch Eleonore und Helmuth Thiel haben sich einiges vorgenommen. „In den 15 Jahren haben wir nicht einen Tag Urlaub gehabt“, sagt Helmuth Thiel. Am 1. und 2. Weihnachtstag wird es noch einmal einen Frühschoppen geben, dann ist Schluss. Für Eleonore und Helmuth Thiel wird Silvester dann zum ersten Mal ein Tag sein, den sei einfach nur genießen können. 

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