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Güstrower Anzeiger

20. November 2017 | 14:48 Uhr

Monika Harder : Abschied aus der Stadtpolitik

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Monika Harder kandidiert nicht mehr für die Laager Stadtvertretung / Auch künftig genug zu tun in Kirchenchören, Haus und Garten

Monika Harder (71) steht nicht mehr auf der Kandidatenliste für die Wahl zur Laager Stadtvertretung. Die Laagerin will die Stadtpolitik Jüngeren überlassen. Sie habe es all die Jahre gern gemacht, fürchtet sich jetzt aber nicht etwa vor Langeweile. Die aktive Katholikin singt in zwei Kirchenchören, spielt Orgel, hat Haus und einen Garten.

Die Jahre in der Laager Stadtpolitik hat Monika Harder nicht gezählt. Schon zu DDR-Zeiten sei sie Ratsmitglied für Sport und Bildung gewesen. Als CDU-Mitglied und aktive Katholikin habe sie sich stets vorsehen müssen mit dem, was sie sagte und tat. Als die Christdemokraten 1990 stärkste Kraft in Laage wurden, ging sie hauptamtlich ins Rathaus, war stellvertretende Bürgermeisterin. „Das war eine sehr spannende Zeit“, erinnert sie sich. Stets sei sie in Sorge gewesen, bloß nichts falsch zu machen. „Uns fehlte ja eine entsprechende Ausbildung“, erklärt Monika Harder. Viele Leute seien mit Problemen gekommen, bei denen sie gar nicht helfen konnte. Ein offenes Ohr aber habe sie stets gehabt. Für das Vertrauen, das ihr die Laager damit entgegenbrachten, sei sie stets dankbar gewesen. Als 1994 die SPD in Laage das Ruder übernahm, hatte sie die Möglichkeit in den Vorruhestand zu gehen. „Danach haben wir erst einmal unser Haus saniert“, erzählt die gebürtige Laagerin. Es sei ein Torwächterhaus und zähle zu den ältesten Gebäuden in Laage.

1930 waren ihre Eltern aus Westpreußen und Oberschlesien nach Laage gekommen. „Mein Vater wollte sich selbstständig machen und hier war ein Lebensmittelgeschäft angeboten worden“, berichtet Monika Harder. Sie selbst lernte Einzelhandelskaufmann. Arbeitete dann bei der Getreidewirtschaft – damals FEAB genannt – in Laage und später in Güstrow und führte dort u.a. die Schlachtviehkartei. „So habe ich den Landkreis und seine Landwirte kennen gelernt“, sagt die Mutter von zwei Kinder. Bis 1990 arbeitete sie in der PGH „Drei Schilde“ in Laage.

„Und im Alter fange ich noch an Orden zu sammeln“, sagt die 71-Jährige bescheiden. Zum Abschied aus der Stadtvertretung gab es in der vergangenen Woche eine Ehrennadel des Städte- und Gemeindetages. Noch wichtiger aber ist ihr der Verdienstorden des Erzbistums Hamburgs, der ihr 2008 verliehen worden war. Als vor einigen Jahren die Katholische Kirchgemeinde Laage der Nachbargemeinde Matgendorf angeschlossen wurde, habe sie sich etwas zurückgezogen. Aber sie spiele noch Orgel und Harmonium bei Gottesdiensten und Beerdigungen. Wenn sei angefragt werde, helfe sie auch bei den evangelischen Christen. Das sei für sie eine Selbstverständlichkeit, singt sie doch auch im Ökumenischen Kirchenchor in Laage, daneben in dem der Katholiken in Matgendorf.


Unvergesslich: Pilgerreise nach Rom


Eines ihrer schönsten Erlebnisse im Leben steht ebenfalls mit dem Glauben im Zusammenhang. Zur Seeligsprechung von Niels Stensen, einst Bischof in Schwerin, 1988 sei sie eine von 150 Mecklenburgern gewesen, die eine Pilgerreise nach Rom unternehmen durften. Dort habe sie Papst Johannes Paul II. in einer Privataudienz getroffen. „Er wusste wohl, was es damals hieß, wenn DDR-Bürger zu ihm kamen“, denkt Monika Harder dankbar zurück.

Auch wenn sie sich selbst nicht mehr einmischen will, einen Wunsch hätte sie noch: ein Schwimmbad in Laage. „Aber das bleibt wohl ein Traum“, denkt sie selbst. Gern will sie weiter ein Auge darauf haben, dass der Parkplatz „Am Rostocker Tore“ ordentlich aussieht. Davor hat sie mit ihrer Schwiegertochter ein Blumenbeet angelegt und pflegt es. „So sieht es doch viel schöner am Eingang der Stadt aus“, denkt sie.ˆ

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