Güstrower Stahlhof : Abriss läuft, dennoch neue Hürden

Ein Großteil der Ruinen ist schon abgerissen, so dass es vom Stahlhof aus bereits einen freien Blick auf die Villa in der Grabenstraße gibt.  Fotos: Evelyn Bubber-Menzel
Ein Großteil der Ruinen ist schon abgerissen, so dass es vom Stahlhof aus bereits einen freien Blick auf die Villa in der Grabenstraße gibt. Fotos: Evelyn Bubber-Menzel

Vorderer Teil der Industrieruinen im Stahlhof schon entsorgt, doch hohe Schadstoffbelastungen verzögern weiteres Vorankommen

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30. März 2015, 07:00 Uhr

Eigentlich sollten bis Ostern auf dem „Stahlhofgelände“ zwischen Rosengarten und Kino die alten Industrieruinen weg sein. Doch wie schon so oft tauchten auch diesmal wieder unerwartete Hindernisse auf.

Missmutig verfolgte deshalb Ende letzter Woche der mit dem Abriss beauftragte frühere Besitzer der Kleiderwerke, der Hamburger Klaus Klepper, die Arbeit der Bagger, die nun einen Gang herunter schalten mussten. „Wir haben extra eine zweite Abrissfirma dazu geholt, damit wir bis zum 27. März fertig werden“, sagt Klepper.

Nun aber zögere eine unerwartet hohe Schadstoffbelastung an den letzten Dächern und im Boden alles noch einmal hinaus, meint er. „Vom Landesamt für Gesundheit und Umwelt kam jetzt der Bescheid, dass wir die letzten Gebäude erst abreißen dürfen, wenn die letzten Schadstoffe entfernt und vom Gelände entsorgt sind. “ In der Erde liege so viel alte Teerpappe, dass der ganze Boden erstmal raus muss. Ein Lkw nach dem anderen mit Bodenaushub rollt deshalb jetzt vom Gelände.

Trotzdem geht der Abriss weiter. „Diese Woche verschwindet das frühere Wohnhaus neben dem Plattenbau“, sagt Klaus Klepper.

Vielleicht noch bis zum September stehen bleiben aber müsse der Plattenbau, in dem früher einmal die Nähmaschinen der Kleiderwerkerinnen ratterten, das kündigte Bürgermeister Arne Schuldt auf der Stadtvertretersitzung an. „Der Abriss des Plattenbaus ist von der Genehmigung der Naturschutzbehörde abhängig.“ Und diese wolle das Gebäude Anfang April nochmal in Augenschein nehmen. „Sollten sich in dem Gebäude Brutvogelpaare niedergelassen haben, kann der Abriss des Plattenbaus frühestens im September 2015 erfolgen“, teilte Schuldt mit. Dennoch bleibt der Bürgermeister gelassen: „Auch wenn sich der Abriss jetzt noch ein bisschen hinaus zögert, davon geht ja die Welt nicht unter“.

Unabhängig vom Stand der Abrissarbeiten sollen bis Ende April sechs von der Stadtvertretung beauftragte Planungsbüros ihre Konzepte und Vorschläge einreichen, was einmal aus dem städtischen Gelände dicht am Bahnhof werden könnte.

Als Zwischenlösung werden vorn an der Eisenbahnstraße neben dem alten Reichsbahnamt, das stehen bleiben und später saniert werden soll, erstmal Interimsparkplätze eingerichtet. Die ersten davon sind schon angelegt, aber noch nicht frei gegeben.

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