Güstrow : Abriss des Brandhauses beabsichtigt

Noch heute liegt in der Gleviner Straße Brandgeruch in der Luft.
Foto:
Noch heute liegt in der Gleviner Straße Brandgeruch in der Luft.

Eigentümer der Gleviner Straße 3 mit der Stadt Güstrow im Gespräch.

von
26. Mai 2017, 05:00 Uhr

Fast schon ein Vierteljahr liegt der Brand der Gleviner Straße 3 zurück und erregt doch die Gemüter bis heute. Die einen hängen an dem alten Haus mit seiner mit dem Balkon einzigartigen Fassade in der Häuserzeile der Gleviner Straße. Andere plädieren für einen Abriss und das möglichst schnell, damit die Straße wieder frei ist. Und: Das Haus ist aufgrund der Schädigungen von der Denkmalliste gestrichen, dürfte also abgerissen werden.

Gemüsehändler Salih Akan sieht sich in eben diesem Spannungsfeld. „Ich bedauere diese Situation in der Gleviner Straße, die keine Durchfahrt ermöglicht, sehr“, betont der Hauseigentümer gegenüber der SVZ und berichtet von einem Gespräch mit der Stadt. Zwei Varianten hätten er und sein Architekt vorgeschlagen. Er möchte die Brandruine abreißen und einen Neubau errichten lassen. Der könne modern daher kommen oder eine Fassade mit Balkon nach dem historischen Vorbild erhalten. Erdgeschoss und erste Etage mit Balkon seien zwar noch einigermaßen stabil, darüber aber alles kaputt. „Man könnte jetzt auf das Alte etwas Neues puzzeln, aber das möchte ich nicht“, sagt der Gemüsehändler, der sich zunehmend Anfeindungen ausgesetzt sieht. Die Gerüchteküche nerve ihn. Akan dazu: „Meine Familie kommt aus dem Osten der Türkei. Wir lieben alte Häuser.“ Er sei gern in Güstrow und arbeite hier ebenso gern als Gemüsehändler. Er sieht die Stadt jetzt am Zuge.

An ihr ist es eine sanierungsrechtliche Genehmigung zu erteilen. Das ist eine besondere Form des gemeindlichen Einvernehmens in förmlich festgeschriebenen Sanierungsgebieten, erklärt Jane Weber, Leiterin des Stadtentwicklungsamtes. Das Verfahren laufe, einfach sei eine Entscheidung nicht. Die Stadt sei bestrebt historische Bausubstanz zu erhalten. Doch bei aller Emotionalität, die den Fall Gleviner Straße 3 begleitet, könne man doch auch die sachlichen Fakten nicht ausblenden, so Weber. So müsse man zur Kenntnis nehmen, dass das 2. Obergeschoss statisch nicht zu halten ist. „Auch im ersten Obergeschoss sind die Fensterstürze kaputt“, gibt Weber zu bedenken und fügt hinzu: „Wir müssen sachlich beurteilen, was möglich ist und was wir als Stadt fordern können.“ Unabhängig davon hatte die Stadt dem Eigentümer für den Fall der Sanierung Städtebaufördermittel angekündigt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen