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Güstrower Anzeiger

19. September 2017 | 17:05 Uhr

Güstrow : Abriss der Kleiderwerke stockt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Behörde bemängelt Gutachten zu Fledermäusen und Vögeln / Stadtvertretung beschließt Verfahrensweise für Entwicklung des Stahlhofes

von
erstellt am 17.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Zur Entwicklung des Stahlhofes soll die Stadt ein städtebauliches Konzept erstellen, das beschlossen die Stadtvertreter auf ihrer Sitzung am Donnerstagabend. Wichtig ist den Stadtvertretern, dass die Stadt bei der Steuerung des Projektes die Fäden in der Hand behält und die Sache nicht einem Investor überlässt, zu sensibel sei das Thema, zu wichtig der Standort.

Die Stadt wird in einer so genannten Mehrfachbeauftragung Vorschläge von Architekten und Stadtplanern, Universitäten und Fachhochschulen einholen. Mit diesem Prozedere hat man bereits gute Erfahrungen: Am Berge 10-12, Gleviner Straße 23-25. Nächster Schritt ist ist die Aufstellung eines Bebauungsplans. „Auch bei der Vermarktung hat die Stadt das Sagen. Das ist der richtige Weg“, betonte Stadtvertreter Lothar Fila (Fraktion Freie Wähler). CDU-Fraktionsvorsitzender Torsten Renz zeigte sich ebenfalls zufrieden, fragte aber nach dem Zeitplan. Mit Blick auf das Verfahren habe er den Eindruck, dass es sich ziehen könne. Bürgermeister Arne Schuldt sieht neun Monate als anspruchsvolles Ziel. Im nächsten Jahr müsste ein städtebauliches Konzept für den Stahlhof beschlossen werden können. Zeitdruck will Schuldt derzeit eher nicht erkennen, stocke doch noch immer der Abbruch der ehemaligen Kleiderwerke. Mit den Arbeiten war Mitte Februar begonnen worden. Die Naturschutzbehörde des Landkreises stoppte die Arbeiten. Fledermäuse könnten in den Ruinen heimisch sein (SVZ berichtete).

Donnerstagabend informierte Bürgermeister Schuldt, dass es für den Stahlhof ein Gutachten zum Fledermausbestand gebe. Das komme zu dem Ergebnis, dass keine Bedenken bestehen würden. Obwohl die Gebäude dazu geeignet erscheinen, seien keine Anzeichen für eine Nutzung durch Fledermäuse festgestellt worden. Auch Nester von Rauch- oder Mehlschwalben seien nicht nachzuweisen, so Schuldt. Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises aber hätte das Gutachten nicht akzeptiert und verlangt nun die Ausarbeitung eines genaueren Gutachtens, das auch eine Untersuchung der Vogelpopulation beinhalte. Ende April habe man vor Ort u.a. Mönchgrasmücke, Amsel und Mauersegler beobachtet, erklärt Kreissprecher Kay-Uwe Neumann. Bisher seien „Vermeidungs- und Ausgleichsmaßnahmen nicht entsprechend dargestellt“, werde von der Unteren Naturschutzbehörde bemängelt, so Neumann.

Bürgermeister Schuldt sieht den Termin für den Abschluss der Abbrucharbeiten Ende Juli gefährdet. Zur Erinnerung: Klaus Klepper, ehemaliger Besitzer der Kleiderwerke, hatte der Stadt im vergangenen Jahr das Gelände für rund eine Million Euro verkauft. Im Kaufvertrag ist auch der Abbruch durch ihn bis Ende Juli verankert.


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