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Fussball-Aus am güstrower fischerweg? : Abpfiff am Fischerweg?

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Pacht noch bis 2040, doch plötzlich wird ein Ende des Fußballs schon in naher Zukunft diskutiert.

von
erstellt am 19.Apr.2016 | 05:00 Uhr

Die Ära der Sportstätte am Güstrower Fischerweg könnte schon bald ihren Abpfiff erleben. Der Güstrower SC 09 (GSC), der die Anlage für seine Fußballabteilung nutzt, und die Stadt sind offenbar im Gespräch über eine vorzeitige Auflösung des Pachtvertrages. Doch im Fußball ist manches möglich, wie das Spiel ausgeht, weiß derzeit niemand.

Schon seit über einem Jahr wird auf dem Großfeldplatz nicht mehr gespielt, die Fläche liegt danieder wie ein aufgepflügter Acker. Grund ist eine Nematodenbekämpfung, die den Verein schon seit Jahren beschäftigt. Immer wieder kommen Engerlinge hoch, fressen die Wurzeln des Rasens kaputt, schneller noch als Krähen und Möwen sich gütlich tun können. Um das Problem endlich in den Griff zu bekommen, ist eine Förderung in Aussicht gestellt. „Wir wollten jetzt eigentlich umpflügen, da kam eine Anfrage der Stadt, ob wir den Platz eventuell abgeben möchten. Deshalb halten wir die Fördermittel erst mal zurück“, sagt Ron-Olaf Rebien, Abteilungsleiter Fußball im GSC, zum Stand der Dinge aus Sicht der Fußballer.

Torsten Renz, Vorsitzender des Güstrower SC und Stadtpräsident in einer Person: „Unter Umständen wäre die Fußballabteilung bereit, den Fischerweg aufzugeben.“ Allerdings wäre dafür eine „adäquate Verstärkung“ erforderlich. Die könne aus seiner Sicht nur im Jahnstadion entstehen.

Bürgermeister Arne Schuldt weiß allerdings nichts von einer diesbezüglichen Initiative der Stadt. Sein Kenntnisstand: „Der Verein hat die Stadt angeschrieben.“ Und die Stadt wolle der Bitte des Vereins nachkommen und sie prüfen.

Renz führt zwei Beschlüsse der Stadtvertretung aufs Feld. Da ist zunächst sicher noch in guter Erinnerung die Forderung an die Stadtverwaltung, für mehr Eigenheimbauplätze zu sorgen. Der Sportplatz am Fischerweg, von Eigenheimen und Kleingartenanlagen dicht umgrenzt, wäre da eine geeignete Option.

Tatsächlich: Der Flächennutzungsplan weist den aktuellen Sportplatz als Sondernutzung in einem Wohngebiet aus. Bürgermeister Schuldt indes will so schnell nicht schießen, allein schon zum Fischerweg selbst sei eine Menge zu bedenken. Da wäre schon mal die Frage der Bindung des Vereins an ausgereichte Fördermittel für die Sanierung des Vereinsheims und später noch einmal für die Errichtung der Flutlichtanlage. Schließlich war die Pacht, die erst 2009 bis ins Jahr 2040 verlängert wurde, eine Voraussetzung für die staatlichen Zuschüsse. Und: Ob der Verein grundsätzlich auf die Plätze am Fischerweg verzichten kann, müsse natürlich der Verein allein wissen. „Aus Sicht des Kinder- und Jugendsports gerade für die Südstadt muss man sich das aber schon überlegen“, wirft der Bürgermeister einen nicht zu verachtenden sozialen Aspekt ein.

Für Brisanz im Spiel sorgt die finanzielle Kraft des GSC. Vier Spielstätten unterhält der größte Güstrower Sportverein in der Stadt. Das überfordere auf Dauer, meinen Verantwortliche im Verein. In der Hamburger Straße trifft das Wort „Unterhaltung“ deshalb schon gar nicht mehr zu. Seit die Stadt die dortige Sporthalle aufgegeben hat, liegt auch der benachbarte Rasenplatz brach. Die einst hier beheimateten Faustballer sind zum Borwinseck gezogen. An der Verbindungschaussee sind jedoch weiterhin Investitionen in die Infrastruktur erforderlich, besonders die laufende Sanierung des Sozialgebäudes fordert den Verein. Ohnehin krankt der Standort an seiner Lage: Kein öffentlicher Verkehr hält hier, Parkflächen stehen nur sehr begrenzt zur Verfügung.

Und das Parken wird auch für den Hauptstandort Jahnstadion zunehmend zum Problem. Hier bringt Torsten Renz einen anderen, schon etwas zurück liegenden Stadtvertreterbeschluss ins Spiel: das Integrierte Stadtentwicklungskonzept, kurz Isek. Dieses sieht in der Tat eine Entwicklung des Jahnstadions in den Jahren 2017 bis 2020 vor. Allerdings: In der Aufstellung des städtischen Etats 2016/17 fehlt die Nummer Jahnstadion. Renz: „Da ist jetzt die Reaktion der politischen Gremien gefragt.“

Typisch Fußball: Viele Wenns und Allerdings sind im Spiel – und reichlich Diskussionsstoff für viele Menschen.

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