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Oase Güstrow : „Abgespeckte“ Rutsche für „Oase“

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Kontroverse Diskussion der Güstrower Stadtvertreter zur Zukunft des Freizeitbades

svz.de von
erstellt am 11.Dez.2015 | 20:30 Uhr

Eine neue große Rutsche oder besser gar keine – zwischen diesen beiden Extremen bewegte sich Donnerstagabend die Diskussion zur Zukunft des stark sanierungsbedürftigen Freizeitbades „Oase“ auf der Güstrower Stadtvertretersitzung. Am Ende stand ein Kompromiss, wie er in einer Demokratie immer von der Politik gefordert ist: keine große Rutsche, aber eine neue Rutsche für die „Oase“ in wesentlicher „abgespeckter“ Form.

Damit einigten sich die Stadtvertreter auf einen wichtigen Nachtrag zum bereits beschlossenen Zukunftskonzept zur Neuausrichtung der „Oase“. In diesem Konzept der Glücksburg Consulting wird eine Rutsche als viel zu kostenintensiv abgelehnt (SVZ berichtete). Doch vor allem der CDU- und der SPD-Fraktion fehlte in diesem Konzept eine entscheidende Attraktivitätssteigerung für Kinder und Jugendliche. So beschloss die Stadtvertretung mehrheitlich, „zusätzlich eine Attraktivierungsmaßnahme, wie z.B. eine Rutsche für Kinder und Jugendliche zu realisieren bis zu einer Investitionssumme von maximal 350 000 Euro“. So lautete der Änderungsantrag des CDU-Fraktionschefs Andreas Ohm. Der ursprünglich eingebrachte, weitergehende Antrag der CDU- und SPD-Fraktion hatte noch eine größere Rutsche gefordert, deren Kosten nahezu doppelt so hoch gewesen wären. Doch in der Diskussion zu diesem Antrag hatte sich abgezeichnet, dass viele hier nicht mitgehen wollten. Deshalb entschloss man sich für die „abgespeckte“ Rutsche.

„Wellness-Ruhetempel ohne quirlige Jugend?“

Der ursprüngliche Antrag hatte allerdings auch keine Wasserrutsche vom Typ „Crazy River“ gefordert, wie sie bereits einmal in der „Oase“ bestand. Gerd-Peter Bartsch (CDU) ging es um die „wirtschaftlich vernünftige Variante einer Röhrenrutsche“. Ohne Rutsche verkomme die „Oase“ zu einem „Wellness-Ruhetempel ohne quirlige Jugend“, hatte Bartsch geschimpft. Seiner Meinung nach brauche das Bad neue Akzente und Erlebnisse. Eine Rutsche stelle dabei ein Alleinstellungsmerkmal dar.

Dagegen hatte vor allem Sascha Zimmermann (FDP) gewettert. „Die quirlige Jugend ist längst da in der ,Oase’ und wird auch nicht wegbleiben, wenn es keine Rutsche gibt“, sagte er. Zimmermann forderte „Realitätssinn“. Eine Rutsche rechtfertige die Kosten nicht. „Es gibt keine wirtschaftliche Variante für eine Rutsche“, stellte er fest und verwies damit auf das Konzept der Glücksburg Consulting, die eine Rutsche bereits als „Kostenfresser“ disqualifiziert hatte. Die Stadtvertreter dürften den fachlichen Rat nicht einfach ignorieren, nur weil er ihnen nicht in den Kram passe.

Andreas Ohm beruhigte dann mit seinem Änderungsantrag die Situation. Mit der von ihm genannten Investitionssumme von maximal 350 000 Euro konnten die Stadtvertreter mitgehen.

Mehrkosten durch Rutschen-Variante

Auch Stadtwerke-Chef Edgar Föniger verfolgte die Diskussion. Die „Oase“ gehört zu den Stadtwerken Güstrow. „Der Antrag verursacht Mehrkosten, die im Konzept nicht vorgesehen sind“, sagte er gegenüber unserer Zeitung. Er habe nichts gegen eine Rutsche, aber sie müsse auch ins Konzept passen. Die „Oase“ sei kein Spaßbad wie z.B. in Stralsund oder Wismar. Auch das Zukunftsgutachten legt den Schwerpunkt eindeutig auf Wellness.

In der „Oase“ sind erhebliche Investitionen zur baulichen und technischen Sanierung sowie zu einer gleichzeitigen Aufwertung und attraktiveren Gestaltung notwendig. Das Zukunftskonzept geht von mindestens fünf Millionen Euro aus. Für die Sanierung muss das Bad für sechs Monate geschlossen werden. Während dieser Bauzeit soll die „Oase“ auch attraktiver gestaltet werden. Hauptforderung des Gutachters ist ein verbessertes Sauna-, Wellness- und Gastronomieangebot. Ging Föniger bisher noch von einer Sanierung und damit halbjährigen Schließung im kommenden Jahr aus, ist er mittlerweile davon abgerückt. „Für die Sanierung und Attraktivierung müssen wir eine europaweite Ausschreibung machen. Es wäre ein Wunder, wenn das 2016 noch klappen würde“, sagte er.  

 

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