Güstrow : Abenteuerlicher Weg nach Steinbeck

Seit 2006 wohnt Dieter Bartels  in Steinbeck. Er zog als Rentner von Rostock in das Örtchen bei Bellin.
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Seit 2006 wohnt Dieter Bartels in Steinbeck. Er zog als Rentner von Rostock in das Örtchen bei Bellin.

Elf Menschen wohnen in dem Dorf bei Bellin / Gudrun und Klaus Schulz gelten aus der Familientradition als „Ureinwohner“

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05. Dezember 2013, 08:00 Uhr

Der Weg ins kleine Steinbeck ist abenteuerlich: Aus drei Himmelsrichtungen geht es über Stock und Stein. Dieter Bartels findet das schlimm. Der Rentner wohnt mit Ehefrau Monica seit 2006 in Steinbeck, das zum Amt Krakow am See gehört. Doch zu Gast ist Familie Bartels in Steinbeck schon viel länger, sie erwarb in den 1980er-Jahren ein Wochenendhäuschen. „Wir wollten mal raus und unsere Ruhe haben“, sagt der gebürtige Rostocker. Als Rentner war für ihn und seine Frau aber klar, dass Steinbeck der ständige Wohnsitz wird. „Wir haben hier die Ruhe gefunden, denn in Steinbeck sagen sich wirklich Fuchs und Hase gute Nacht“, sagt Dieter Bartels. „Manchmal ist es allerdings schon fast zu ruhig. Das haben wir uns aber ausgesucht.“ Das Rentnerehepaar pusselt gern im verwilderten und mit vielen Stauden besetzten Bauerngarten oder widmet sich dem Familienhund Charlie, einem fünfjährigen Basenji-Rüden.

Im Winter – bisher auch dank der maroden Zufahrt – ist es dabei selbstverständlich, dass die Familie sich mit Vorräten auf alle Eventualitäten vorbereitet. „Mal eine Woche von der Außenwelt abgeschnitten zu sein, kommt nichtselten vor. Steinbeck wird bei den Räumarbeiten doch ganz gern mal vergessen, eben weil es so klein und unscheinbar ist“, sagt Bartels. Allerdings ist im kommenden Jahr Aussicht auf Änderung. Über ein Bodenordnungsverfahren soll eine Straße nach Steinbeck gebaut werden.

Deshalb war vor einigen Tagen auch Gudrun Schulz mit zwei weiteren Frauen im Amt Krakow am See. „Wir wollten noch einmal mit allem Nachdruck beim Bürgermeister vorsprechen und ihm sagen, dass diese Straße wirklich gebaut werden muss“, sagt die Steinbeckerin. Sie gehört mit ihrem Mann Klaus wegen der Familientradition der Schulzens zu den „Ureinwohnern“ des Dorfes. Klaus Schulz erklärt: „Mein Opa kam als Flüchtling nach Steinbeck und erhielt Bodenreformland. Seit 1964 lebten meine Eltern in Steinbeck. Ich zog 1970 weg und wohnte mit meiner Frau in Güstrow. 1994 starb mein Vater. 1996 entschieden wir uns, die Familientradition der Schulzens hier fortzusetzen.“ Dafür legten sie sich mächtig ins Zeug. Vier Jahre brauchten sie, bis alles mit Familie, Freunden und Bekannten umgebaut war.

Dabei wollte das Gudrun Schulz nie. „Aber jetzt“, gibt sie gern zu, „möchte ich nicht mehr weg.“ Wie in allen „lütt Dörps“ genießen beide besonders die Ruhe. „Das ist hier wie im Urlaub“, betont Die Frau des Hauses. „Jetzt“, räumt sie aber auch ein, „ist es trist, aber auch schön.“

Deshalb nutzen die Schulzens die Natur. Sie sind Landwirte im Nebenerwerb und beschäftigen sich mit Schafen. Für den Baumaschinenmonteur Schulz – er arbeitet in Rostock – eine perfekte Abwechslung.

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