Güstrow : Abbruch ruht – Suche nach Fledermäusen geht vor

Verhindern Fledermäuse den geplanten Abbruch des Stahlhofes bis Ende Juli? Collage: denny schröter
Verhindern Fledermäuse den geplanten Abbruch des Stahlhofes bis Ende Juli? Collage: denny schröter

Stahlhof Güstrow: Stadtverwaltung und Stadtvertreter unterbreiten Verfahrensvorschlag zur weiteren Entwicklung.

svz.de von
15. März 2014, 06:00 Uhr

Auf dem Gelände des Stahlhofes in Güstrow ruhen die Abbrucharbeiten. Sie begannen Mitte Februar in den Ex-Kleiderwerken. Klaus Klepper, ehemaliger Besitzer der Kleiderwerke, muss das nach einem Schreiben der Kreisverwaltung veranlasst haben. Seitdem ist er vermutlich auf der Suche nach Fledermäusen. Denn nach einem Bericht in unserer Zeitung teilte die Behörde Klepper mit, dass er zu prüfen habe, ob in den seit Jahren stillgelegten Gebäuden, inzwischen Ruinen, Fledermäuse heimisch geworden sind. Werde er fündig, sagte Kay-Uwe Neumann gestern auf Nachfrage, habe er das bei der Naturschutzbehörde anzuzeigen. Bisher sei das aber nicht geschehen, so der Kreissprecher. Neumann kann nicht ausschließen, dass der Landkreis, der nach der Funktionalreform vom Landesamt für Umwelt, Natur und Geologie die Tier- und Artenschutzkontrolle übernommen hat, Verfügungen erlassen könnte, wie es mit dem Abbruch weiter geht.

Dass Klepper hier vielleicht auf Zeit spielen könnte, glaubt Bürgermeister Schuldt allerdings nicht. „Im Kaufvertrag ist vereinbart, dass Zug um Zug gezahlt wird, so wie abgebrochen wird“, sagt Schuldt. Insofern hätte der Ex-Besitzer nichts von einer Zeitverzögerung.

Zur Erinnerung: Klepper hatte der Stadt Ende des vergangenen Jahres für rund eine Million Euro das Gelände verkauft, einschließlich des Abbruchs bis Ende Juli.

Zeit spielte auch auf der Sitzung des Hauptausschusses am Donnerstagabend eine wichtige Rolle. Mit dem Fazit, dass Verwaltung und Stadtvertretung nicht auf die Schnelle die Entwicklung des Areals vorantreiben wollen. Deshalb sprachen sich alle Mitglieder gegen den CDU-Vorschlag aus, dass der Bürgermeister eine Ausschreibung für einen Investorenwettbewerb für den Stahlhof bis 24. März erarbeiten soll.

Besonders der Bürgermeister wandte sich dagegen. Vor allem, weil immer noch Rechtsstreitigkeiten zwischen Klaus Klepper und der Stadt laufen. Streitwert: 4,2 Millionen Euro. In erster Instanz war entschieden worden, dass die Stadt sie als Entschädigung für die so genannte Besitzeinweisung von 2001 bis 2004 zu zahlen hat. Jetzt wird vor dem Oberlandesgericht verhandelt.

Deshalb zog die CDU ihren Vorschlag zurück. Jetzt geht es darum, dass Verwaltung und die Fachausschüsse der Stadtvertretung bis zur Stadtvertretersitzung am 15. Mai einen Verfahrensvorschlag zur weiteren Entwicklung des Stahlhofes vorlegen. Es geht um Wohnungen, Einzelhandel und Parkmöglichkeiten. Interessenten gibt es bereits.


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