Nicht mehr nur "LRO" : Ab Montag gibts wieder das "GÜ"

<strong>Die Zahl der GÜ</strong> und BÜZ sowie der anderen neuen alten Kennzeichen  auf den Straßen des Landkreises wird  in der Zukunft vermutlich wieder zunehmen.  <foto> archiv</foto>
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Die Zahl der GÜ und BÜZ sowie der anderen neuen alten Kennzeichen auf den Straßen des Landkreises wird in der Zukunft vermutlich wieder zunehmen. archiv

Das lokalpatriotische Herz darf wieder höher schlagen. Ab Montag werden im Landkreis wieder Autokennzeichen mit "GÜ" vergeben. Dann haben Autofahrer die Wahl zwischen sechs Buchstabenkombinationen.

svz.de von
15. März 2013, 12:01 Uhr

Güstrow | Das lokalpatriotische Herz darf wieder höher schlagen. Ab Montag werden in der Kfz-Zulassungsstelle des Landkreises wieder Autokennzeichen mit "GÜ" vergeben. Im Zuge der Kreisgebietsreform mussten Autofahrer seit Februar 2012 ein "LRO" an neu zugelassenen bzw. umgemeldeten Fahrzeugen akzeptieren. Ab Montag hat jeder die Wahl zwischen sechs Buchstabenkombinationen.

"Das ist richtig gut", sagt Peter Schmidt. Er habe das "LRO" nur schweren Herzens angenommen. "Im Sommer aber war mir keine andere Wahl geblieben", fügt er hinzu und denkt dabei an sein privates Auto und als Geschäftsführer des Awo-Kreisverbandes auch an die Dienstfahrzeuge. Die Aufschrift "Kreisverband Güstrow" und das "LRO" am Fahrzeug habe aus seiner Sicht nie zusammengepasst. "Güstrow ist nach wie vor die Kreisstadt", betont Peter Schmidt. Das "LRO" sei von so manchem auf den ersten Blick als Landkreis Rosenheim interpretiert worden, berichtet er. Die Awo-Fahrzeuge und private sollen künftig wieder ein "GÜ" bekommen, versichert Peter Schmidt und will über eine eventuelle Umschreibung noch nachdenken.

Bei bereits zugelassenen Fahrzeugen, so teilte der Landkreis gestern mit, ist eine Umschreibung möglich. Die Verwaltungsgebühr dafür beträgt 37,10 Euro, mit vorheriger Reservierung 39,70 Euro. Hinzu kämen selbstverständlich die Kosten für neue Kennzeichentafeln.


"GÜ" auch ohne Wunsch-Aufschlag möglich

Im Amtsdeutsch sind es übrigens Unterscheidungszeichen. Laut eines Festlegungsbescheides des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung vom Dienstag über diese Unterscheidungszeichen in Mecklenburg-Vorpommern könnten nunmehr "BÜZ", "DBR", "GÜ", "ROS" und "TET" im Landkreis Rostock wieder zugeteilt werden, informiert die Kreisverwaltung. Damit könne man "dem Wunsch vieler Bürger entsprechen, die an ihrem Kraftfahrzeug ihre regionale Verbundenheit ausdrücken möchten", heißt es weiter. "LRO" gilt selbstverständlich weiter. Die Kennzeichen aus den Alt-Kreisen werden auch nicht wie in der Vergangenheit oft vermittelt als Wunschkennzeichen, die ihren Preis haben, gesehen. "Es ist nicht generell ein Wunschkennzeichen. Aber das ist im Einzelfall zu klären", betont Kreissprecherin Petra Zühlsdorf-Böhm auf Nachfrage. Der Behörde liege dazu eine vierseitige Anweisung zur Handhabung bei der Kennzeichenvergaben vor. Reservierungen, darauf macht Zühlsdorf weiter aufmerksam, könnten ebenfalls erst ab kommenden Montag erfolgen. Eine Online-Reservierung sei nach wie vor nur für "LRO" möglich.

Egal, denkt sich Dieter Teztlaff. Endlich könne er sein "GÜ" wieder haben. "Dann wissen die Leute wieder, woher man kommt", fügt der Güstrower hinzu und bezeichnet sich als Lokalpatrioten. Das Kennzeichen sei auch ein Stück Identifizierung mit der Stadt, mit der Heimat. In seinem Taxi-Unternehmen mit 16 Fahrzeugen würden lediglich drei ein "LRO" tragen. Gut, dass das dann wieder Geschichte sei, denkt der Güstrower Dieter Teztlaff.

"Ich möchte nach der Kreisgebietsreform ,BÜZ’ auf meinem Kennzeichen haben statt irgendeine Buchstabenkombination", sagte Norbert Hinrichsen 2011, als Studenten eine Umfrage in Bützow machten. "Ich finde es gut, dass man jetzt wieder das "BÜZ" verwenden kann", sagte der Bützower gestern und weiter: "Wenn man unterwegs ist, weiß jeder, wo man herkommt. Das hat etwas mit Heimatverbundenheit zu tun."

Für die Reaktivierung der alten Kennzeichen hatten sich nach der Großkreis-Bildung unter anderem Güstrow, Bützow und Teterow stark gemacht. Dem Ansinnen nicht nur aus Mecklenburg-Vorpommern, sondern aus vielen Teilen Deutschlands hatte sich der Bund nicht länger verweigert und mit einer neuen Kennzeichenverordnung die Vergabe von Alt-Kennzeichen, die es vor Gebietsänderungen bereits gegeben hat, wieder ermöglicht.

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