Vor dem Angelvergnügen: : Aale schwimmen in die Freiheit

Ab in die Freiheit: Torsten Hill (l.) und Klaus-Dieter Dehmel setzen die kleinen Aale vom Badesteg aus in den Inselsee ein.  Fotos: Evelyn Bubber-Menzel (4)
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Ab in die Freiheit: Torsten Hill (l.) und Klaus-Dieter Dehmel setzen die kleinen Aale vom Badesteg aus in den Inselsee ein. Fotos: Evelyn Bubber-Menzel (4)

Vereine des Kreisangelvereins Güstrow setzten 260 Kilogramm Glasaale in die Angelgewässer aus / 15 000 Euro für Fischbesatz

svz.de von
11. Juni 2015, 04:00 Uhr

Zigtausendfacher neuer Aal-Nachwuchs tummelt sich seit gestern in den Gewässern des Landesangelverbandes im Altkreis Güstrow. Wie immer im Frühjahr wurde er von Mitgliedern des Kreisangelverbandes in die Seen unserer Region ausgesetzt. Denn wer einen guten Fang an der Angel haben will, muss dafür sorgen, dass auch immer genug Fisch im Wasser ist. Weshalb der jährliche Fischbesatz für die Angelvereine mit zu den wichtigsten Aufgaben bei der Gewässer-Bewirtschaftung gehört.

Immer im Frühjahr ist der Aal dran. Im Herbst folgt dann das Aussetzen von jungen Hechten, Schleien, Barschen und anderen Fischen.

An die 15 000 Euro gibt der Kreisangelverband Güstrow jährlich für den Fischbesatz aus.

So warteten denn gestern Vertreter von 14 der insgesamt 21 Angelvereine im Kreisverband Güstrow auf dem alten Parkplatz am Tierpark mit großen Eimern, Milchkannen und anderen Transportbehältern auf den Tanklaster des Fischerei- und Verarbeitungsbetriebes aus Dabel. Aus dessen großem Wassertank, der während des Transports laufend mit Sauerstoff versorgt wird, schöpfte dann Fischer Dehmel mit dem Kescher zügig die jungen Aale heraus und reichte nach dem Wiegen die gewünschten Mengen vom Tank zu den Angelvereinen herab. Insgesamt nahmen die Angler gestern 260 Kilogramm Glasaal entgegen. Allein 25 Kilogramm davon erhielt der Angelverein Laage. „Die Laager haben mit dem Dolgener See ein sehr großes Angelgewässer“, so Torsten Hill, Vorsitzender des Kreisangelverbandes Güstrow. Die gleiche Menge ging an den 1. Güstrower Anglerverein u. a. für den Gremmeliner und Gliner See sowie für städtische Gewässer. Hinzu kamen 50 Kilogramm Jungaal für den Inselsee, der von drei Angelvereinen bewirtschaftet wird. Nach der Verteil-Aktion auf dem Parkplatz setzten Torsten Hill und Klaus-Dieter Dehmel vom Badesteg am Inselsee aus die 50 Kilogramm Aal in den See ein.

Vergnügt schwammen die 12 bis 15 Zentimeter langen, bleistiftdicken Tierchen in die Freiheit hinaus. „Sie brauchen zehn bis 15 Jahre, bis sie geangelt werden dürfen“, sagt Torsten Hill. „Ein Aal muss mindestens 45 Zentimeter lang sein, bis er geangelt werden darf“, erläutert er. Wer einen kleineren Aal an der Angel hat, müsse ihn wieder ins Wasser setzen, so sei es Vorschrift.

Glasaale nennen sich die kleinen Tierchen, die gerade ausgesetzt wurden. Kann man doch fast durch sie hindurchsehen.

„Die Glasaale kommen ursprünglich aus Frankreich“, sagt Fischer und Fischhändler Dehmel. Von dort aus hätte der winzige Aaalnachwuchs seine Reise zuerst nach Holland angetreten, wo er so weit aufgepeppelt wurde, dass er jetzt in die Seen kann“, erzählt er.

Zwar sei der Aal ein Allesfresser. „Wenn er noch so klein ist wie jetzt, ernährt er sich aber erstmal von Kleinstlebewesen in Bodennähe“, so Dehmel. Einen Angelhaken oder eine Reuse brauchen die neu eingesetzten Aale jedenfalls noch lange nicht zu fürchten.

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