Attacke mit Buttersäure : Nach Angriff auf Karen Larisch: „Ich bleibe hier wohnen“

Karen Larisch (Linke)

Karen Larisch (Linke)

Erneut ist Karen Larisch aus Güstrow angegriffen worden. Unbekannte schütteten ihr Buttersäure ins Haus. Sie vermutet Neonazis als Täter und will sich nicht einschüchtern lassen.

svz.de von
21. Januar 2019, 15:26 Uhr

Nach einer Attacke mit Buttersäure auf ihre Güstrower Wohnung gibt sich die Linken-Abgeordnete Karen Larisch hartnäckig. „Ich bleibe hier wohnen“, sagte Larisch am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Unbekannte hatten in der Nacht zu Samstag eine stinkende Flüssigkeit im Haus und auf den Briefkästen verteilt, bei der es sich laut Polizei höchstwahrscheinlich um Buttersäure handele.

Karen Larsich vermutet Täter aus der rechtextremem Szene

Ihre Wohnung stinke bis in den letzten Winkel, sagte die Abgeordnete, die seit Jahren immer wieder zum Ziel von Angriffen Rechtsextremer wird. Sie vermute die Täter auch diesmal in diesem Spektrum, doch Ermittlungsergebnisse gebe es bisher nicht. Die Polizei sucht Zeugen, die in der Tatnacht im Umfeld des Pferdemarktes etwas beobachtet haben. Nach dem Angriff war das Wohnhaus nachts von einer Streife bewacht worden, dies sei aber kein Dauerzustand, sagte ein Sprecher der Polizei Güstrow.

Einschüchterung  ist Ziel der Attacken auf Linken-Abgeordnete

„Ich bleibe hier wohnen, trotzdem ist es unangenehm“, sagte Larisch. „Was mich am meisten stört, ist, dass die Stadtgesellschaft nicht so reagiert, wie man sich das wünschen würde“, klagt sie. Ihr werde oft die Schuld gegeben und vorgeworfen, den Neonazis durch Öffentlichkeit erst Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Man gilt als Stadtbeschmutzer Karen Larsich (Linke)
 

Dabei gehe es den Tätern um Einschüchterung: „Die wollen, dass man still ist.“ Sie dankte ihren Nachbarn, die ihr immer wieder Hilfe anböten. Der Bürgermeister reagierte bis zum Montagnachmittag nicht auf eine Anfrage.

Am Abend nach der Attacke zogen nach Polizeiangaben 60 Neonazis in einem Fackelmarsch durch die Stadt. 100 Menschen protestierten dagegen. Es kam zu kleineren Sitzblockaden, die von der Polizei aufgelöst wurden. Festnahmen gab es nicht.

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