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Kopfüber oder mit den Beinen zuerst: Lean Gieritz (l.) und Leon Thurau kühlen sich ab.  Fotos: Sieglinde Seidel (2), Ralf badenschier

Hitzewelle in Güstrow & Bützow : Zwischen Badesee und Koppel

Kopfüber oder mit den Beinen zuerst: Lean Gieritz (l.) und Leon Thurau kühlen sich ab. Fotos: Sieglinde Seidel (2), Ralf badenschier

Ob Schüler, Rettungsschwimmer oder Landwirt – jeder hat sein eigenes Rezept, um mit der Affenhitze umzugehen.

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25. Juni 2019, 20:00 Uhr

Abkühlung für den vielleicht heißesten Tag des Jahres: der Güstrower Inselsee. Schulklassen tummelten sich dort gestern ebenso wie Lean Gieritz und Leon Thurau aus Güstrow. Die beiden sind in diesen Tagen häufiger am Strand zu finden. „Hier können wir entspannen und uns gut abkühlen“, sagen sie. Ob bei einem Sprung vom Steg oder dann schwimmend im kühlen Nass – das werden sie sicher auch heute tun, wenn das Thermometer über die 33-Grad-Marke klettern soll.

Sind am Strand des Inselsees vorbereitet: die Rettungsschwimmer Nele Wille und Danny Pawlak.
Sieglinde Seidel
Sind am Strand des Inselsees vorbereitet: die Rettungsschwimmer Nele Wille und Danny Pawlak.
 

Die Rettungsschwimmer am Güstrower Badestrand des Inselsees sind auf den heißesten Tag des Jahres heute gut vorbereitet. „Wir haben Kühlakkus im Kühlschrank für alle Fälle deponiert“, sagt Nele Wille, die in diesem Jahr ihr Rettungsschwimmerabzeichen in Silber absolviert hat. Auch stehe eine Trage bereit, um jemanden in den Schatten zu transportieren. Sollte jemand im Wasser Hilfe benötigen, steht ein Kajak am Steg bereit. So sind die Helfer des Deutschen Roten Kreuzes auch im Wasser mobil.

Weil in diesen Tagen viele Schüler kommen, zum Teil aus der Jugendherberge, sind die Rettungsschwimmer derzeit oft zu dritt. Abwechselnd wird die Runde am Wasser entlang gedreht. In diesem Jahr wurde die Hilfe der Helfer immer wieder einmal in Anspruch genommen. Nasenbluten und Schürfwunden mussten bereits verarztet werden. Auch um sich selbst kühl zu halten, haben sie mit kühlen Getränken vorgesorgt.


Sonne brennt auf die Wiesen

Kaum einmal Abkühlung kennt dagegen Martin Vorbeck. Der Landwirt schaut auf seine Mastrinder. Das tiefe Brummen einer der Kühe schallt herüber. Einige sind beim Fressen, andere dösen im Gras. Die Sonne brennt auf die Wiesen bei Jabelitz. „Meinen Tieren geht es gut“, sagt der Landwirt. Rund 120 stehen derzeit bei ihm auf der Koppel. Ende April sind sie aus dem Stall gekommen. „Es ist wichtig, dass sie sich unter Baumreihen oder einzelnen Bäumen aufhalten könnenDeshalb suchen auch sie sich mal ein schattiges Plätzchen“, erklärt der erfahrene Landwirt.

Das Wichtigste sei natürlich, dass die Tiere ausreichend Wasser zu sich nehmen. Martin Vorbeck nutzt dafür Selbsttränken auf den Koppeln. Diese stehen in der Nähe von Wassergräben und sind mit einem Schlauch verbunden. Die Tiere drücken mit der Schnauze gegen eine Art Zunge und pumpen so Wasser in eine Schale, aus der sie dann trinken können. „Die Selbsttränken haben wir schon seit 20 Jahren. Die Tiere haben es schnell rausbekommen, wie es geht. Wenn es so heiß ist wie jetzt, muss ich natürlich täglich kontrollieren, ob die Tränken auch funktionieren“, erklärt der Jabelitzer.

Für seine Rinder nutzt Landwirt Martin Vorbeck Selbsttränken auf den Koppeln. Täglich kontrolliert er bei der Hitze die Tränken.
Ralf Badenschier
Für seine Rinder nutzt Landwirt Martin Vorbeck Selbsttränken auf den Koppeln. Täglich kontrolliert er bei der Hitze die Tränken.
 

Gleich neben der Koppel von Martin Vorbeck liegen Heuballen. Denn das trockene Wetter hat auch etwas Gutes. Der erste Schnitt hat gute Mengen an Heu in guter Qualität gebracht. „Wir hatten in den zurückliegenden 14 Tagen ja noch guten Niederschlag. Ich hatte hier so um die 57 Liter“, erzählt Martin Vorbeck. Die Situation jetzt sei viel entspannter als im vergangenen Jahr. Nun hat Landwirt Vorbeck schon die Gerste im Blick. „Die ist schon beim Abreifen. Wenn das Wetter so bleibt, könnte ich Ende nächster Woche mit dem Drusch beginnen“, ist er überzeugt.

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