Ingenieurpreis MV : Güstrower will gewinnen

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Das Haus an der Ecke Domstraße 14/Kerstingstraße 4 in Güstrow: Nach der Sanierung des Altbaus haben die Eigentümer Matthias Schulz und Dr. Karl-Heinz Winter das Gebäude für einen Wettbewerb der Bauingenieur-Kammer in Schwerin angemeldet.  Fotos: Flie
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Das Haus an der Ecke Domstraße 14/Kerstingstraße 4 in Güstrow: Nach der Sanierung des Altbaus haben die Eigentümer Matthias Schulz und Dr. Karl-Heinz Winter das Gebäude für einen Wettbewerb der Bauingenieur-Kammer in Schwerin angemeldet.

Matthias Schulz hat sich mit der Altbau-Sanierung in seiner Heimatstadt beim landesweiten Wettbewerb angemeldet.

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14. Juli 2020, 18:17 Uhr

Mit großem Interesse haben Güstrower und Besucher der Barlachstadt in den vergangenen Jahren verfolgt, wie sich der verfallene Altbau an der Ecke Domstraße 14/Kerstingstraße 4 mitten in der Stadt von einer Fast-Ruine in ein schmuckes, vorzeigbares Haus verwandelt hat.

Nachdem die Stadt das Haus im Jahr 2015 gekauft hatte, übernahmen es noch im selben Jahr der Güstrower Matthias Schulz und Prof. Dr. Karl-Heinz Winter. In den folgenden Jahren sanierten sie es – die größte Überraschung war der Fund eines Barocksaales. Nun haben die beiden Eigentümer das sanierte und umgebaute Altstadt-Gebäude beim Ingenieurpreis MV angemeldet. Ausgelobt haben ihn die Ingenieurkammer MV und der Ingenieurrat MV.

Eine Herausforderung für die Experten

Schulz, Ingenieur und Prokurist des Schweriner Ingenieurbüros Dr. Winter, und sein Chef hatten den Bau an prominenter Stelle in Güstrow damals gekauft, weil er stark zerstört war – eine Herausforderung für die Experten.

Spannend in unserem Job ist unter anderem, dass wir Dinge machen, die sich andere nicht zutrauen. Matthias Schulz
 

Stark zerstörte Bauten schreckten Bauherren ab, die nicht aus der Branche kommen. Die Firma „würde auch ein Kraftwerk planen und bauen“, fährt der 47-Jährige mit einem Schmunzeln fort. Das ist nicht ganz ernst gemeint, aber der Güstrower Wirtschafts-Ingenieur hat sich seit 1997 mit der Sanierung von Altbauten beschäftigt.

Städtebaulich besonders bedeutend

Schulz hat in den beiden Jahren der Sanierung jeden Tag auf der Baustelle an der Domstraße verbracht. „Denn jede Entscheidung hat Auswirkungen auf die Kosten“, begründet er dieses Vorgehen. Das denkmalgeschützte Haus war gegen 1780 errichtet worden. Weil es im Dreieck Schloss, Dom und Markt liegt und in der spätbarocken Epoche gebaut wurde, ist es städtebaulich besonders bedeutend.

Aber nicht nur der Stil und die Lage waren besonders: Bei der Bestandsaufnahme fanden die neuen Eigentümer einen barocken Saal im ersten Stock. Unter Tapeten und Holzwolle-Leichtbauplatten kamen alte Wand- und Deckenmalereien zum Vorschein.

Rund 28 000 Euro für die Wiederherstellung

In Absprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege wurden sie freigelegt und gesichert. Die Fachleute ordneten die Malerei wegen eher klassizistischen Gestaltungselementen zwar nicht dem Spätbarock zu. Auf die Gestaltung der Vorgänger weisen allerdings Fassungen an der Wand und an der Ofennische hin.

Diese Ausarbeitung „ist ein Beispiel bürgerlicher Repräsentationsansprüche der Zeit-Epoche um 1800 innerhalb Güstrows“, heißt es in der Bewerbung für den neunten Ingenieurpreis MV. Die Eigentümer hätten für die Retusche der Malereien rund 28 000 Euro ausgegeben, so Schulz. Die reinen Baukosten hätten etwa 1,25 Millionen Euro betragen. Die Hälfte davon übernahm die Städtebau-Förderung.

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