handball : 90 Jahre Tradition und Erfolge

Die Bezirksmeistermannschaft aus Krakow 1962:   O. Graepler, R. Ronnecker, J. Höwe, P. Melz, G. Wieselmann, R. Weinert, H. Meinke, K.-H. Reinke, F. Brügmann
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Die Bezirksmeistermannschaft aus Krakow 1962: O. Graepler, R. Ronnecker, J. Höwe, P. Melz, G. Wieselmann, R. Weinert, H. Meinke, K.-H. Reinke, F. Brügmann

SV Krakow am See lädt am 5. April zu großem Handball-Sonnabend ein / Krakower Aktive fanden Weg zum großen Handball

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12. März 2014, 06:00 Uhr

Alte Zeiten sollen noch einmal aufleben, wenn am 5. April die Handballer des SV Krakow am See zu einem Tag für ihre Sportart in die Schulsporthalle einladen. 90 Jahre Handball in Krakow am See wird gefeiert! Und alle am Sport interessierten Krakower sind willkommen. Das Programm beginnt um 10 Uhr mit einem Kindersportfest. Nachmittags spielen die Kinder der Abteilung unter zwölf Jahre Handball gegen ihre gleichaltrigen Freunde vom Rudersportverein. Die FSV-Fußballer sowie die Abteilungen Volleyball und Boxer/Athletik im SV fordern dann die aktuellen Handballer in einem Turnier heraus. Abgerundet wird der Handball-Sonnabend mit einem Traditionsspiel von Krakower gegen Teterower Senioren.


Für Spielbetrieb reicht Nachwuchs nicht aus


„Die Senioren trainieren immer noch, und sie sind offen für alle Altersklassen – von 20 bis 70“, berichtet Vereinsvorsitzender Lutz Krämer (61), der für die Freizeitsportler als Übungsleiter fungiert. Etwa 25 Leute jagen in Krakow derzeit dem Handball hinterher, darunter vielleicht zehn Kinder. In den vier Sektionen des 84 Mitglieder umfassenden Vereins (dazu gehört noch die Popgymnastik) stellt der Handball also eine Größe dar. Allein, für Nachwuchsmannschaften fehlten in letzter Zeit die Kinder im Luftkurort, der ja auch noch andere Angebote für Mädchen und Jungen bereit hält. Ruderer, Fußballer, Feuerwehr… alle brauchen Nachwuchs. „Wir kriegen derzeit einfach keine Mannschaft zusammen“, stellt Lutz Krämer nüchtern fest. Am regulären Spielbetrieb beteiligt sich seit vier Jahren keine Krakower Handballmannschaft mehr.

Der Krakower Handball ging aus dem 1873 gegründeten Männer-Turnverein hervor, weiß Lutz Krämer, der sich mit der Geschichte des Handballsports in Krakow beschäftigte. Als der Verein 50 wurde, gab es erste ernsthafte Gedanken – ein Jahr später schlug im MTV die Geburtsstunde des Handballs in Krakow. Wiederbelebt als „Lokomotive“ nach dem Krieg, der wie in vielen Sportvereinen einen Bruch verursachte, firmierte der Krakower Handball Anfang der 1960er-Jahre zu Einheit um. 1988 gab es wieder einen Bruch, weil die zu kleine Sporthalle nicht mehr für Punktspiele zugelassen wurde. Erst mit dem Hallen-Neubau im Jahr 2000 konnte somit im 1990 gegründeten SV Krakow am See wieder eine Handballabteilung gebildet werden, erinnert Lutz Krämer, der selbst wie andere Krakower Handballfreunde auch derweil in anderen Vereinen aktiv war. „Männer, Frauen, Jugend – wir hatten mitunter fünf, sechs Mannschaften im Spielbetrieb“, sagt Lutz Krämer.

Doch nicht nur Tradition, sondern auch vorzeigbare Erfolge hat Krakows Handball. Gerne erinnert sich Manfred Diekelmann, eine Art Nestor des Krakower Handballs, an den Gewinn der Schweriner Bezirksmeisterschaft 1957. „Damals spielten wir noch auf dem Großfeld“, berichtet der 72-Jährige. Diesen Erfolg wiederholte der fünf Jahre jüngere Jahrgang der B-Jugend 1962 auf dem Kleinfeld. Vier Jungs wurden seinerzeit in die Bezirksauswahl delegiert, berichtet Manfred Diekelmann. Und: „Wir haben sogar Motor Rostock, den Bezirksmeister Rostock geschlagen. Es war vielleicht unsere größte Zeit.“

Jetzt haben Lutz Krämer und Manfred Diekelmann mit den Organisatoren und Helfern aus dem Verein bis zum 5. April noch alle Hände voll zu tun. Eine kleine Ausstellung, mit Fotos und Dokumenten aus alten Krakower Handballzeiten, soll bis zum runden Geburtstag noch entstehen. Zur Erinnerung für die alten Haudegen, und als Anschauungsmaterial für die Jüngsten – die vielleicht ja doch noch mal wieder eine Mannschaft zusammenbekommen.


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