Sommer- und Fassadenfest : 80 Häuser mit 80 lebendigen Geschichten

Heimatverein: Dirk Grosche (r.) und sein Sohn Daniel haben mit dem Luftbild sämtliche Häuser Charlottenthals für eine neue Dorfgeschichte erfasst.   Fotos:  Jens Griesbach
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Heimatverein: Dirk Grosche (r.) und sein Sohn Daniel haben mit dem Luftbild sämtliche Häuser Charlottenthals für eine neue Dorfgeschichte erfasst. Fotos: Jens Griesbach

Heimatverein Charlottenthal will andere Dorfchronik schreiben / Sommerfest und Fassadenfest im Schloss gefeiert

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14. Juli 2014, 06:00 Uhr

„Jung und Alt – gemeinsam sind wir stark!“ Dieses Motto ihres Sommerfestes stellten die Charlottenthaler am Sonnabend eindrucksvoll unter Beweis. „Für unser kleines Dorf haben wir sehr viel zu bieten“, sagte Dirk Grosche vom Heimatverein Charlottenthal und schob hinterher: „Der Zusammenhalt ist toll. Wir machen viel gemeinsam.“ So brachten sich zum Sommerfest neben dem Heimatverein das Sport- und Technikzentrum mit der Freiwilligen Feuerwehr Charlottenthal, der Pferdesportverein blau-weiß Recknitztal, die Kita „Schneckenhaus“ aus Groß Grabow, der Pflegedienst „De gaude Stuuv“ und das Steakhaus „Brasil“ gemeinsam ein.

Der Heimatverein stellte erstmals seine Ideen für eine neue Dorfgeschichte vor. Unter der Überschrift „Charlottenthaler Häuser und ihre Geschichte“ soll keine trockene Dorfchronik entstehen, sondern jedes einzelne Haus des Dorfes soll mit seiner Geschichte und den darin lebenden Menschen in den Mittelpunkt gerückt werden. „Am Ende wollen wir ein Buch haben, das ein lebendiges Bild vom Ort und seinen Bewohnern zeichnet“, sagt Dirk Grosche. „Rund 80 Häuser gibt es in Charlottenthal, also 80 Geschichten.“

Bis zur Wende existiert bereits eine Dorfchronik. Das neue Projekt setzt für die Zeit danach an. Für jedes einzelne Haus hat der Heimatverein deshalb einen Fragebogen entworfen, der auf dem Sommerfest an die Bewohner verteilt wurde. „Wir rufen alle Charlottenthaler zur Mitarbeit auf, damit wir das Zeitgeschehen im Ort über die Jahre in einer eindrücklichen Sammlung festhalten können“, sagt Grosche. Das Projekt soll über einen längeren Zeitraum laufen. Zunächst will der Heimatverein erst einmal so viel Material wie möglich sammeln.


Schlossfassade soll wieder glänzen


Die Charlottenthaler Brasilianer brachten sich Sonnabend auf besondere Weise in das Sommerfest ein. Eneida und Günther Wolgien, Inhaber des Steakhauses „Brasil“ im Charlottenthaler Schloss, veranstalteten gleichzeitig ein Fassadenfest. „Die Schlossfassade soll an die Qualität unseres Essens angepasst werden“, sagt Eneida Wolgien und lacht. Zurzeit sieht die Fassade noch ein wenig ramponiert aus und kommt im tristen Grau daher. Das soll sich ändern. „Wir sammeln Geld für die Renovierung der Schlossfront“, sagt die Restaurantinhaberin. Förderung gebe es nicht, „deshalb sind wir auf unsere eigene Arbeitskraft angewiesen“. Rund 10 000 Euro benötigen die Brasilianer mit deutschen Wurzeln. Neben Schönheitsreparaturen soll die Fassade auch komplett gestrichen werden. Das Gerüst am Mittelteil des Schlosses steht bereits. „Schon übernächste Woche wollen wir hier anfangen“, sagt Eneida Wolgien. Bei ihrem Fassadenfest lud sie zur Tombola, zur Suche nach dem schönsten Haustier und zu Livemusik.

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