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Güstrower Anzeiger

11. Dezember 2017 | 12:35 Uhr

Jubiläum in Gülzow : 75 Jahre Agrarforschung

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft/Fischerei und ihre Vorgänger prägen Gülzow und die Menschen dort

von
erstellt am 06.Jun.2014 | 06:00 Uhr

Das laute Prasseln dicker Regentropfen auf das Dach der Strohhalle der Strohheizanlage in Gülzow übertönte gestern fast manchen Redebeitrag, wurde aber willkommen wahrgenommen. Ohne Regen kein Wachsen. Und so dürfen die geöffneten Himmelsschleusen gegebenenfalls als ein gutes Omen für die Zukunft Gülzows als Forschungsstandort gesehen werden. Gestern feierte man in Gülzow 75 Jahre Agrarforschung. Alle waren sich einige, dass dies ein Bereich ist, der angesichts einer wachsenden Weltbevölkerung, des Klimawandels und der Notwendigkeit, zu Ende gehende Rohstoffquellen durch nachwachsende Rohstoffe zu ersetzen, vor großen Herausforderungen steht.

Vor 75 Jahren erwarb die Lochow-Petkus GmbH, ein damals führendes Pflanzenzuchtunternehmen, das Gut Gülzow, Nach der Enteignung 1945 setzte zunächst die Deutsche Saatzuchtgesellschaft die Agrarforschung in Gülzow fort. Es folgte die Forschungsstelle für Agrobiologie und Pflanzenzüchtung sowie das Institut für Pflanzenzüchtung, aus dem 1992 die Landesforschungsanstalt (LFA) für Landwirtschaft und Fischerei wurde. Die Namen Prof. Heinz Kress, Prof. Dr. Arno Winkel und Dr. Christian Gienapp sind eng verbunden mit der Geschichte der Agrarforschung in Gülzow. Nicht immer sei ein Überleben sicher gewesen, erinnerte gestern Gienapp an die Zeit Anfang der 1990er-Jahre und um die Jahrtausendwende.„Es hätte auch anders kommen können“, stellte er fest. Und MV-Landwirtschaftsminister Till Backhaus lobte im Nachhinein politische Entscheidungen für Gülzow. „Forschung ist Zukunft“, betonte Backhaus und vergaß nicht Prof. Winkel als „Vater der Triticale“ (ein in den 1970er-Jahren in Gülzow entwickeltes Getreide, eine Kreuzung aus Weizen und Roggen) hervorzuheben.

Während Gienapp berichten musste, dass nach der Wende von 3000 Beschäftigen an mehreren Standorten lediglich 100 bleiben konnten, bedauerte auch Dr. Hubertus Heilmann, stellvertretender Direktor der Landesforschungsanstalt, dass sich die Zahl der Mitarbeiter in den vergangenen zwölf Jahren halbierte, allerdings habe das Land auch zehn Millionen Euro investiert.

83 Mitarbeiter zählt inzwischen die 1993 in Gülzow angesiedelte Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FRN). Geschäftsführer Dr. Andreas Schütte sieht die FRN als Teil der Agrarforschung, obliegt es ihr doch u.a. Forschungsprojekte deutschlandweit und so auch bei der LFA in Gülzow zu unterstützen. Mehr Kooperationen sieht Schütte als einen Baustein auf dem Weg in die Zukunft.

Wer sich vor Ort ein Bild über die Agrarforschung in Gülzow machen möchte, ist am 15. Juni, am Tag des offenen Hofes, eingeladen sich in der Landesforschungsanstalt und bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe umzusehen.

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