Krakow Am See : 700 Schritte rund um das Rathaus

Stadtführer Rolf Hinniger (2. v.r.) berichtet über  die Geschichte der alten Synagoge. Bianca Barz, Herr  Mankel, ein schweizer Urlauber, und der Krakower  Bernd Gerlich hören zu. Fotos: christoph trost (3)
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Stadtführer Rolf Hinniger (2. v.r.) berichtet über die Geschichte der alten Synagoge. Bianca Barz, Herr Mankel, ein schweizer Urlauber, und der Krakower Bernd Gerlich hören zu. Fotos: christoph trost (3)

Erstmals führte gestern Rolf Hinniger Einheimische und Gäste durch Krakow am See / Weitere Führungen im August

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29. Juli 2014, 23:00 Uhr

Drei Urlauber und zwei Krakower machten sich gestern Vormitag zusammen mit Rolf Hinniger auf den Weg durch Krakow. Zu 700 Schritten durch den Luftkurort lädt die Touristinformation der Stadt in diesem Jahr erstmals im Juli und August ein.

Zu Beginn der kleinen Tour verabreichte der Stadtführer erst einmal ein paar Fakten rund um die Stadt: Die Slawen siedelten sich in der geschützten Umgebung des Sees an. Der Name der rund 3500 Einwohner zählenden Stadt bedeutet übersetzt Krähe oder auch Rabe. Die höchstens zweistöckigen Gebäude in der Stadt haben fast alle ein Fachwerk, erhielten jedoch später eine Putzfassade, die nach Meinung der Hauseigentümer mehr hermachte.


Interessante Stationen in eineinhalb Stunden


Die erste Station des Rundganges ist die Kirche, erstmals 1230 erwähnt. In der Regel ist sie verschlossen, gestern aber hatte Rolf Hinniger einen Schlüssel und öffnete die Tür. Viele Feuer legten bis ins 17. Jahrhundert das Gotteshaus und große Teile der Stadt immer wieder in „Schutt und Asche“, hörten die Rundgangteilnehmer vom Stadtführer. Bemerkenswert ist der geschnitzte Altar mit seinen Verzierungen. Im Mittelpunkt steht die Kreuzigungsszene. Zu sehen sind außerdem die vier Evangelisten und eine Darstellung des letzten Abendmahles.

Weiter geht es zum Brunnen auf dem Markt. Das Wasser speit ein Karpfen aus. Mit Blick auf das Rathaus macht Rolf Hinniger auf das Stierwappen aufmerksam. Es erinnere an die Herrschaft des Fürstentums Werle.

Station macht die kleine Gruppe als nächstes am See. Wieder wird es geschichtlich. Wie entstand der Jörnberg? Was hat die Eiszeit damit zu tun? Woher hat der Burgwallsee seinen Namen? Auf all diese Fragen gibt Rolf Hinniger Antworten. Bemerkenswert: Die tiefste Stelle des Krakower Sees misst 27 Meter, was für einen Binnensee beachtlich ist.

Die letzte Station der Stadtführung ist die ehemalige Synagoge, die zur NS-Zeit nicht mehr als Gotteshaus, sondern als Turnhalle genutzt wurde und deshalb einer Zerstörung entging. In den 1990er-Jahren saniert wird sie heute als Ausstellungsraum genutzt. Der Kulturverein der Stadt organisiert wechselnde Präsentationen, kleine Konzerte und Lesungen. Momentan sind Tuschezeichnungen der Güstrower Künsterlin Yibo Beck zu sehen.

Wolfgang Barz aus Potsdam mit seiner Tochter Bianca lobten am Ende eine sehr interessante und lehrreiche Führung, die ihre Campingwoche im Luftkurort bereichert habe. Touristen und Einheimische haben in diesem Sommer noch zweimal Gelegenheit auf Tour durch die Stadt zu gehen: am 5. und 19. August, 10.30 Uhr.

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