Güstrow : 25 Jahre im Dienst für Menschen

25-jähriges Bestehen: Geschäftsführer Hans-Martin Goeritz bei seiner Festrede auf dem Elisabeth-Hof in Werle
25-jähriges Bestehen: Geschäftsführer Hans-Martin Goeritz bei seiner Festrede auf dem Elisabeth-Hof in Werle

Festakt der Güstrower Werkstätten in Werle.

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29. Juni 2018, 12:00 Uhr

25 Jahre, in denen der Mensch immer im Vordergrund stand. Die Güstrower Werkstätten feiern in diesem Jahr ihr ebenso langes Bestehen. Das Unternehmen nahm offiziell zum ersten Januar 1993 mit 66 Mitarbeitern und 298 Menschen mit Behinderungen den Geschäftsbetrieb auf. Mittlerweile zählen die Güstrower Werkstätten rund 250 Mitarbeiter und etwa 900 Beschäftigte mit unterschiedlichen Behinderungsgraden.

Nach einem Sommerfest auf dem Gelände der Werkstätten im Güstrower Koppelweg begrüßten die Geschäftsführer Maria Butt und Hans-Martin Goeritz gestern auch zahlreiche Gäste auf dem Elisabeth-Hof in Werle. Hier arbeiten insgesamt 23 Menschen mit Behinderungen im landwirtschaftlichen Bereich vom Ackerbau bis zur Schweinemast, erklärt der Abteilungsleiter Stefan Cruße. „Wir haben hier auch eine Eigenfutterproduktion. Die Mitarbeiter wirken also selbstständig in der Herstellung von Getreide und Heu mit. Generell sind sie in allen Tätigkeitsfeldern, die kein Gefahrenpotenzial haben – wie das Fahren eines Traktors zum Beispiel –, tätig. Betreut werden sie von drei Gruppenleitern“, so Stefan Cruße weiter.

„Wir gewährleisten, dass unsere Mitarbeiter selbstständig arbeiten und selbstbewusster werden“, teilt Hans-Martin Goeritz in seiner Rede im Festzelt auf dem Hofgelände mit. „Wir sind dankbar und stolz auf das Erreichte, aber in Zukunft werden auch noch viele Herausforderungen auf uns zu kommen, vor allem mit den Paragrafen des Bundes-Teilhabe-Gesetzes, die bis 2023 in Kraft treten. Es gibt eine Menge zu tun“, sagt der Geschäftsführer. Dabei leisten die Güstrower Werkstätten mit dem Projekt „Fit für den Job“ schon länger ihren Beitrag zur Integration von Menschen mit Behinderungen in den allgemeinen Arbeitsmarkt. Hierbei erproben sich Werkstattmitarbeiter über Praktika und ausgelagerte Arbeitsplätze unter realen Bedingungen. Ziel ist es, sie an eine sozialversicherungspflichtige Arbeitsstelle zu vermitteln. „Bisher konnten wir 25 Mitarbeiter an kooperierende Unternehmen vermitteln. Die Zeichen stehen gut, dass es zum Ende dieses Jahres sogar 30 werden“, so Hans-Martin Goeritz.

Auch auf dem Elisabeth-Hof nutzten zwei Mitarbeiter bereits ihre Tätigkeit auf dem Hof als Sprungbrett in den ersten Arbeitsmarkt. „Ein Mitarbeiter ist nun bei uns intern im Gemüseverkauf tätig, ein anderer bei einem Holzbetrieb in Güstrow“, erzählt Stefan Cruße. Der Umgang mit den Tieren und die Arbeit an der frischen Luft, das tue den Mitarbeitern des Elisabeth-Hofs einfach gut, sagt Hans-Martin Goeritz.

„Die Entwicklung der Güstrower Werkstätten ist ein Ergebnis des gesellschaftlichen Wandels, der in den vergangenen Jahren stattgefunden hat. Früher stand noch die Beschäftigung an sich im Vordergrund, heute ist es der Mensch“, betonte Sebastian Constien, Landrat des Landkreises Rostock, beim gestrigen Festakt. Der Landkreis ist ebenso wie das Diakonische Werk Mecklenburg-Vorpommern Gesellschafter des Unternehmens.

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