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Renate Wagner : 20 Jahre „Eierfrau mit dem Trabi“

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Renate Wagner aus Groß Wokern leistet jetzt vor Ostern an ihrem Eier-Stand in der Güstrower Südstadt Schwerstarbeit

Das war dieser Tage wieder Schwerstarbeit für Renate Wagner. Kein Wunder: Die Groß-Wokernerin ist als „Eierfrau mit dem Trabi“ bekannt und da ist sie vor Ostern an ihrem Stand in der Güstrower Südstadt immer besonders gefragt.

Dieses Jahr hat sie ihren Trabi allerdings noch zusätzlich geschmückt: mit einer 20. Denn: Mit 40 Jahren und einer großen Portion Mut machte sich Renate Wagner vor 20 Jahren mit frischen Freilandeiern, Honig und Malerei in allen Bereichen selbstständig. Es war der Beginn ihrer „Karriere“ als „die Eierfrau mit dem Trabi“.

Allerdings war das schon ungewöhnlich, wenn man ihren beruflichen Werdegang davor kennt: Zahnarzthelferin, OP-Schwester für Kiefergesichtschirurgie, bis zur Pathologie mit Fachschulabschluss. „Ein langer Weg“, meint sie. Tochter Jana war damals bereits auf dem Gymnasium als Sohn Charles geboren wurde. Der späte Nachwuchs war leider zu oft krank. Für ihn hängte sie ihren weißen Kittel nach 22 Jahren Gesundheitswesen an den Nagel. Heute sagt die 60-Jährige: „Ich habe alles richtig gemacht und es kommt nicht darauf an, was einer ist und hat, sondern wie er ist und was er kann.“ Aber es nicht immer leicht und als der Ehemann ging fehlte die starke Schulter zum Anlehnen.

Aber Renate Wagner meistert das Leben, oft mit neuen Ideen und Vielseitigkeit mit dem Motto ihres Großvaters, Werner Koch: „Aus allem stets das Beste machen.“ Stressabbau gelingt ihr beim Eisbaden. Sie schreibt Gedichte, liebt die Malerei, vorwiegend Stillleben, spielte Handball in der DDR-Liga, war Trainerin und betreibt auch heute noch Langstreckenschwimmen. 2012 stellte sie sich der Herausforderung, den Teterower See (Außenkante) zu umschwimmen. Es gelang. Gemalt hat sie bisher für viele Kindereinrichtungen, Krankenstationen und Schulen in Neubrandenburg, Teterow, Güstrow, Cottbus und natürlich für ihr Dorf. Das Kinderheim „ Minibauernhof“ in Neu Wokern erfreute sie im vergangenem Jahr mit einem großen Wandbild. Nun plant sie nochmals den Schutzpatron der Feuerwehr, den „heiligen Sankt Florian“ zu malen, der schon an der Feuerwehr Teterow und Groß Wokern prangt.

Dass sie den Kunden als König betrachtet, beweist ihre Arbeit, jedes verkaufte ei vorher abzuklopfen, um zu garantieren, dass es heil ist. Dass ihr Eier-Trabi immer heil bleibt, dafür sorgt Sohn Charles. Nur zum TÜV muss sie mit dem Trabi in die Werkstatt.

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erstellt am 19.Apr.2014 | 06:00 Uhr

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