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Pilotprojekt läuft aus : 19,5 Millionen Euro in Region geholt

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Die drei Ämter Krakow am See, Mecklenburgische Schweiz und Goldberg-Mildenitz wurden für das Pilotprojekt "Regionalmanagement nach dem Mecklenburger Modell" zusammengeführt. Nun läuft es aus. Zeit für eine Bilanz.

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erstellt am 11.Dez.2012 | 07:03 Uhr

Gremmelin | Wie die Zeit vergeht! Wilfried Baldermann konnte sich noch genau erinnern, wie einige Leute fast auf den Tag genau vor sieben Jahren im Schloss Charlottenthal mit Till Backhaus zusammensaßen. Der Minister wollte die drei Ämter Krakow am See, Mecklenburgische Schweiz und Goldberg-Mildenitz für das Pilotprojekt "Regionalmanagement nach dem Mecklenburger Modell" gewinnen. Dabei lockte der Mann aus Schwerin mit einer um zehn Prozent höheren Förderung für die Projekte des Managements. Aber der Amtsvorsteher des Amtes Krakow am See sollte schnell in die Materie hineinwachsen und wurde Vorsitzender des Lenkungsausschusses. Zum Jahresende läuft das Pilotprojekt aus. Zeit für eine Bilanz.

Fußballfan Baldermann formulierte einen sportlichen Vergleich. "Die drei Ämter fanden schnell zu einer mannschaftlichen Geschlossenheit", sagte er. Alle hatten die selben Probleme: ungenügende Finanzausstattung, demografischer Wandel, ungenügende Akkumulation in den wenigen in der Region ansässigen Betrieben. Begleitet wurden die drei Ämter vom Bützower Unternehmen Biota, das "geballte Wissenschaft" und Fachkunde einbrachte.

294 Projekte im öffentlichen Bereich realisiert

Biota-Mitarbeiterin Anja Bollmohr legte zur letzten Ausschusssitzung Zahlen vor. In etwa 70 Zusammenkünften mit Bürgern sei das Regionalmangement in der Region vorgestellt worden. Umgesetzt worden seien 294 Maßnahmen im öffentlichen Bereich, vor allem beim Wegebau, dem Schaffen von Begegnungshäusern oder bei der Unterstützung von Kindertagesstätten. Von 200 Anträgen seien im privaten Bereich 64 Projekte realisiert worden. "Wir haben durch die Projekte über 60 Arbeitsplätze neu schaffen und über 50 erhalten können", resümierte Bollmohr. Insgesamt seien 19,5 Millionen Euro an Fördermitteln geflossen. Zu Investitionssummen machte sie keine Angaben, aber Matthias Hantel, Leiter der Leader-Gruppe des ehemaligen Landkreises Güstrow, setzte deren Wert gegenüber den Fördermitteln vor allem im privaten Bereich um ein Vielfaches an. Und alles lasse sich ohnehin nicht in Zahlen messen, sagte Anja Bollmohr. So hätte es viele Projekte zur Sicherung der Daseinsvorsorge im ländlichen Bereich gegeben. Als Beispiel führte sie die Kindertagesstätte "Kleine Raben" in Krakow am See an, wo verschiedene Angebote für Eltern geschaffen wurden. Gut auf den Weg gebracht worden sei die touristische Vernetzung der drei Ämter. "Das Pilotprojekt hat die Region wie ein Puzzle zusammengefügt", schilderte Bollmohr. Entstanden seien Angebote für betreutes Wohnen, für Kommunikation und Kultur oder zur Förderung der Gesundheit.

Wie geht es weiter? Einig waren sich die Teilnehmer der Zusammenkunft, dass die in den sieben Jahren gewachsenen Erfahrungen und Kompetenzen erhalten und weiter angewandt werden müssten. In den Kommunen laufen zurzeit die Vorbereitungen auf die ab 2014 beginnende neue EU-Förderperiode. Wer da Chancen haben will, muss über den Ortsrand schauen und sich größeren Regionen anschließen. Im Gespräch ist, neue Leader-Regionen mit zwischen 50 000 und 150 000 Einwohnern zu bilden. Von den Gemeindevertretungen wird derzeit die Bereitschaft, sich in einer solchen Region zu engagieren, abgefragt.

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