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Bundestagswahl 2017 : 18-Jährige und die Qual der Wahl

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

18-jährige Güstrower dürfen in diesem Jahr zum ersten Mal auf Bundesebene mitbestimmen und sehen das als ihre Pflicht.

Der Wahlkampf angesichts der anstehenden Bundestagswahl am 24. September ist in vollem Gange, auch in Güstrow hängen Wahlplakate verschiedenster Parteien und Politiker. Heute 18-Jährigen dürfen nun zum ersten Mal auf Bundesebene von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen.

Hannes Seefluth, 18 Jahre, sieht es als seine Pflicht an, als volljähriger Bürger zur Wahl zu gehen. „Ein Land, in dem Demokratie herrscht, ist nicht selbstverständlich, und es sollte als Privileg angesehen werden, an der Wahl teilnehmen zu dürfen“, erklärt er. Der Zwölftklässler fühle sich ausreichend vorbereitet, um wählen zu gehen: „Vorrangig schaue ich mir kritische Auseinandersetzungen zwischen Politikern und Reden von Parteimitgliedern an.“ Daher weiß Hannes auch schon, wo er am Tag der Bundestagswahl sein Kreuz setzen wird. „Natürlich gibt es keine Partei, die alle Wünsche des Einzelnen vertritt, daher sollte abgewogen werden, welche den eigenen Vorstellungen am nächsten kommt“, gibt Hannes Seefluth zu bedenken.

Seine Klassenkameradin Sara Bundesmann hat sich ebenfalls schon für eine Partei entschieden. Die 18-Jährige hält eine Wahlbeteiligung für notwendig: „Damit beeinflusse ich, wer über mich und das Land, in dem ich lebe, die nächsten vier Jahre regieren wird. Wer von seinem Wahlrecht keinen Gebrauch macht, muss sich nach der Wahl auch nicht beschweren, wenn bestimmte Veränderungen eintreffen – oder eben nicht.“ Im Sozialkundeunterricht habe Sara zwar gelernt, wie die Wahlen und der Bundestag funktionieren, aber über die einzelnen Parteien habe sie sich selbst informiert. „Das sollte jeder tun, der wählen gehen möchte“, sagt sie. Zur Vorbereitung auf die Wahl habe die 18-Jährige die Nachrichten verfolgt und auch TV-Duelle gesehen. „Über die Ziele der verschiedenen Parteien habe ich mich natürlich auch belesen und der Wahl-O-Mat hat meine Entscheidung eigentlich nur bestätigt.“ Mittlerweile fühle sie sich bereit, um mit 18 Jahren erstmals an der Bundestagswahl teilzunehmen.

Leon Teichmeier ist sich noch nicht ganz sicher, wo er sein Kreuz setzen soll, wird aber definitiv von seinem Wahlrecht Gebrauch machen: „Es gibt genug Leute auf der Welt, die nicht wie wir die Möglichkeit haben, über das politische Geschehen mitzubestimmen. Deshalb ist es wichtig, diese Möglichkeit auch zu nutzen.“ Der 18-Jährige sei gerade noch dabei, sich durch die Wahlprogramme verschiedener Parteien zu lesen und habe auch den Wahl-O-Mat benutzt. „Allerdings denke ich nicht, dass die Ergebnisse des Wahl-O-Mat wirklich ernst zu nehmen sind“, ergänzt er. Von der Schule fühle er sich auf die Erstwahl nicht gut genug vorbereitet: „Mir persönlich war die Behandlung von Parteien und ihren Werten und Zielen im Unterricht etwas zu oberflächlich.“ Die Entscheidung für eine Partei falle Leon deshalb schwer.

In Güstrow stehen auch die Bürgermeisterwahlen an, an denen man ab dem 16. Lebensjahr teilnehmen kann. Eine Herabsenkung des Wahlalters auf 16 bezüglich der Bundestagswahl halte Hannes nicht für sinnvoll, da gerade Jüngere oft leichter zu manipulieren sind. „Ab 18 beginnt für die meisten das Alter der Selbstständigkeit und erst ab diesem Alter sollte man auf Bundesebene wählen dürfen.“ Früher hätte Sara eine Herabsenkung sofort befürwortet, doch mittlerweile sieht sie das anders: „Die zwei Jahre zwischen 16 und 18 haben mir doch noch einiges gebracht.“ Über viele Dinge denke sie nun anders. „Allerdings“, fügt sie hinzu, „lässt sich das nicht verallgemeinern. Viele 16-Jährige sind besser informiert und interessierter als ich es zu dem Zeitpunkt war.“ Auch Leon halte 18 für ein gutes Wahlalter hinsichtlich der persönlichen Reife. „Obwohl ich mir auch schon mit 16 Jahren vorstellen konnte, wählen zu gehen.“

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