160 Passagiere stranden in Rostock-Laage

<strong>Auf dem  Flughafen Laage</strong> mussten  die Räumfahrzeuge vor den Schneemassen kapitulieren - anders als bei diesem Versuch.<foto>Scharnweber</foto>
Auf dem Flughafen Laage mussten die Räumfahrzeuge vor den Schneemassen kapitulieren - anders als bei diesem Versuch.Scharnweber

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11. März 2013, 07:56 Uhr

Laage/Schwerin | Der Wintereinbruch hat auf dem Flughafen Rostock-Laage rund 160 Passagiere stranden lassen, die eigentlich am Sonntagabend ins türkische Antalya fliegen wollten. Wie eine Flughafensprecherin gestern sagte, war die Maschine am Abend schon mit eineinhalb Stunden Verspätung gelandet. Während der Standzeit sei dann so viel Schnee gefallen, dass die Sicherheit der Startbahn nicht mehr gewährleistet werden konnte. Auch wegen der einzuhaltenden Crew-Ruhezeiten habe die Fluggesellschaft entschieden, den Abflug auf Montagmittag zu legen. Die Passagiere übernachteten in der Wartehalle und seien mit Lebensmitteln und Decken versorgt worden. Das schlechte Wetter hätte dann auch den Abflug am Montagmittag verzögert, die Maschine hob mit einer Stunde Verspätung ab.

Dieser März hat schon in den ersten zehn Tagen fast alles geboten - jetzt auch gestrandete Passagiere. Es war ein Auf und Ab wie in der Achterbahn. Rekorde gab es bisher jedoch nicht. Ergiebige Schneefälle wie in diesen Tagen sind zwar nicht ungewöhnlich, "aber das gibt es natürlich nicht jedes Jahr", sagt Meteorologin Dorothea Paetzold vom Deutschen Wetterdienst. Aus Sicht der Meteorologen ist der März ein klassischer Übergangsmonat. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Ist dieses Auf und Ab ungewöhnlich? Nein, sagen die DWD-Meteorologen. Der März sei bekannt für extreme Schwankungen. Möglich sind sowohl fast sommerlich warme wie bitterkalte Tage - je nachdem woher die Luftmassen kommen. Strömt Luft aus Nord- oder Nordosteuropa nach Deutschland wie gerade jetzt, ist sie im März meist sehr kalt. Kommt die Luft dagegen aus dem Mittelmeerraum, ist sie wärmer. Die Sonne kann sie dann auf frühsommerliche Werte aufheizen.

Wie groß ist die Temperaturspanne? Sogar Sommertage mit über 25 Grad wurden im März schon registriert, beispielsweise 1968 oder 1989 gegen Ende des Monats. Die höchste, deutschlandweit im DWD-Messnetz registrierte Märztemperatur lag bei 26,6 Grad, sie wurde am 28. März 1989 in Baden-Baden erreicht. Eistage mit Höchstwerten von unter null Grad sind hingegen vor allem Anfang des Monats keine Seltenheit. Im sächsischen Görlitz betrug die Höchsttemperatur am 4. März 1971 minus 11,0 Grad.

Sind die aktuellen Schneefälle rekordverdächtig? Nein. Zwar meldeten Walkendorf in Mecklenburg-Vorpommern am Montagmorgen 30 Zentimeter und Lübeck-Blankensee in Schleswig-Holstein 26 Zentimeter Schnee, aber das ist noch weit entfernt von Rekorden. In Lübeck türmte sich am 2. März 1965 eine 44 Zentimeter hohe Schneedecke, in MV meldete Ueckermünde am Stettiner Haff am 1. März 1979 gar 49 Zentimeter Schnee, die bisher höchste gemessene Schneedecke in MV. Der Schnee-Rekord für Schleswig-Holstein stammt vom 17. März 1969, als St. Peter-Ording unter einer 80 Zentimeter dicken Schneedecke lag.

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