Geschäftsjubiläum : 140 Jahre in Familienhand

Leitet das Geschäft am Güstrower Pferdemarkt seit 2006: Stefanie Wiedewald
Leitet das Geschäft am Güstrower Pferdemarkt seit 2006: Stefanie Wiedewald

Güstrower Kürschnerfamilie Wiedewald feiert Jubiläum / Festwoche mit Sonderaktionen ab 3. Mai im Geschäft am Pferdemarkt

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21. April 2015, 06:00 Uhr

„Wir haben den Ersten und den Zweiten Weltkrieg und auch die DDR überlebt“, sagt Stefanie Wiedewald nicht ohne Stolz. Auf eine 140-jährige Geschichte blickt ihr Geschäft am Güstrower Pferdemarkt in diesem Jahr zurück – 140 Jahre in Familienhand. Die Wiedewalds sind eine alteingesessene Güstrower Kürschnerfamilie. Bot Julius Wiedewald, der Ur-Ur-Großvater von Stefanie Wiedewald, bei der Gründung des Geschäfts am 1. Mai 1875 noch Pelzwaren, Hüte und Mützen an, konzentriert sich die heutige Inhaberin auf Lederwaren, Taschen und Herrenmode.


Eigene Produktion mit Wende eingeschlafen


Immer schon befand sich das Geschäft am Pferdemarkt, seit 1923 am heutigen Standort am Pferdemarkt 23. Stefanie Wiedewald ist heute die letzte Kürschnerin in Güstrow. Aber nur noch selten erledigt sie kleine Reparaturen an Pelzen in ihrer Werkstatt. „Wir sind heute ein reines Handelsunternehmen. Die eigene Produktion ist mit der Wende komplett eingeschlafen“, sagt Stefanie Wiedewald. Die Werkstatt rentiere sich heute nicht mehr. 2006 übernahm die 47-Jährige das Geschäft von ihrem Vater Hans-Peter Wiedewald. Der hatte versucht die Familientradition auch in der DDR aufrecht zu erhalten. Aber private Betriebe hatten es in der DDR bekanntlich schwer. „Uns wurde der Laden weggenommen und an die HO Lederwaren übergeben. Wir hatten allerdings noch die Werkstatt im hinteren Bereich“, erzählt die heutige Inhaberin. Mit der Wende kam der Laden wieder in Familienbesitz.

Heute kann Stefanie Wiedewald auf eine „super nette Stammkundschaft“ setzen. „Manche halten uns seit Jahrzehnten die Treue“, sagt sie. Aber auch die Touristen seien ein wesentlicher Faktor für den Umsatz. „Dadurch machen wir auch im Sommer ein gutes Geschäft.“ Im Frühling werde vor allem Textiles gekauft, Taschen hingegen seien das ganze Jahr nachgefragt und besonders zur Ferienzeit seien die Koffersortimente heiß begehrt.

Mit dem Güstrower Brunnenfest am 3. Mai will Stefanie Wiedewald eine große Jubiläumswoche zum 140-jährigen Bestehen mit Sonderaktionen starten. „Damit wollen wir uns auch bei den Stammkunden bedanken“, sagt sie. Der Geschäftsfrau ist die regionale Verbundenheit wichtig. „Es ist wichtig, vor Ort einzukaufen, um Güstrow als Einzelhandelsstandort zu stärken“, ist sie überzeugt. „Nur so können Unternehmen wie meines überleben.“  

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