Fördergelder : 14 Millionen für ländliche Räume

Gemeinden, Vereine und Privatpersonen können jetzt Leader-Anträge konkretisieren / Erste Fördergeld-Entscheidungen im Oktober

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08. September 2015, 06:00 Uhr

Musikunterricht im weitesten Sinne für Kinder und Erwachsene, den möchte man gern in Diekhof anbieten. Also stellte man einen Antrag auf Förderung aus dem Leader-Programm der EU. In Schlemmin soll ein Spielplatz erneuert werden und in Lalendorf braucht man ein Labor für die Entwicklung und Begleitung der Biogas- und Ethanolanlage. Ohne Fördergelder ist das Projekt kaum umsetzbar. Doch es besteht Hoffnung: Im Landkreis Rostock stehen rund 14 Millionen Euro Leader-Fördermittel in den nächsten Jahren bereit. Kommunen, Vereine und auch Privatpersonen können davon profitieren.

Hinter dem Begriff Leader steckt ein flexibles und breit gefächertes Förderinstrument zur Entwicklung ländlicher Räume. Es unterstützt eine bürgerschaftlich getragene Regionalentwicklung. Mit den beiden Aktionsgruppen „Ostsee-DBR“ und „Güstrower Landkreis“ beteiligte sich der Landkreis am Leader-Wettbewerb des Landwirtschaftsministeriums MV. Das Ministerium wählte die Aktionsgebiete aus. Der nördliche und der südliche Bereich des Landkreises sind unter den Auserwählten.

Die Strategien der beiden Lokalen Aktionsgruppen, so informiert der Landkreis, erhielten aufgrund der guten Platzierungen zusätzliche Fördergelder in Höhe von jeweils 1,2 Millionen Euro. „Mit der Bestätigung der Konzepte ist auch künftig eine flächendeckende Leader-Förderung im Landkreis gewährleistet“, betont Kreissprecher Kay-Uwe Neumann. Bis 2020 stehen jeweils sieben Millionen Euro pro Aktionsgruppe zur Verfügung.


Bis 15. September Anträge konkretisieren


Ansprechpartner für die Förderung ist das Leader-Regionalmanagement, das in der Kreisverwaltung angesiedelt ist. Schwerpunkte der Leader-Förderung sind u.a. die Sicherung der Daseinsvorsorge und -fürsorge im ländlichen Raum, die Erschließung von Erwerbsmöglichkeiten durch eine Sortimentserweiterung in der Landwirtschaft oder die Stärkung des touristischen Bereiches und der Erhalt des kulturellen Erbes.

Zusammen waren in der Wettbewerbsphase 266 Projektideen bei den beiden Lokalen Aktionsgruppen eingereicht worden. Von diesen waren im Bereich Güstrow 44 Vorhaben und in der Doberaner Region 87 Projekte ausgewählt worden, berichtet der Kreissprecher. Diese Vorhabenträger können nun bis 15. September ihre Anträge auf Leader-Fördermittel beim Regionalmanagement einreichen. Darüber hinaus, so Neumann, könnten noch weitere, auch neue Projektideen angezeigt werden. Die nächsten Sitzungen der Lokalen Aktionsgruppen zur Auswahl der ersten Vorhaben werden im Oktober terminiert, kündigt der Kreissprecher an.

Mit dem Labor-Projekt hatte sich die Norddeutsche Rüben AG bisher nicht beworben. Man werde es jetzt aber tun, informierte Bürgermeister Reinhard Knaack. Bisher habe man für das Projekt keine Unterstützer gefunden. Immer wieder habe es den Hinweis gegeben einen Dienstleister zu beauftragen. „Aber wir benötigen tagfrische Laborergebnisse“, betont Knaack. Das sei nur mit einem eigenen Labor zu gewährleisten.

In Diekhof nimmt man sich derweil wieder ein bisschen zurück. Denn die Leader-Förderung muss mit Eigenmitteln kombiniert werden. „Das Geld fehlt uns derzeit, so dass wir eher auf das Jahr 2017 orientieren“, erklärt Bürgermeister Rolf Matschinsky zum Projekt Musikunterricht in Diekhof. Und Birgit Czarschka, Bürgermeisterin in Bernitt, weiß, dass bei einer 90-prozentigen Förderung für die Erneuerung des Spielplatzes in Schlemmin nicht unerhebliche Eigenmittel notwendig sind. Um diese aufbringen zu können, sei die Gemeinde auf Sponsoren und die Unterstützung von Eltern angewiesen. 

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