Lalendorf: Jugendlicher mit Klappmesser schwer verletzt : 14-Jähriger sticht Schüler in Lalendorf nieder

Der Ort des Geschehens gestern früh gegen 7.20 Uhr: Die Bushaltestelle vor der Lalendorfer Schule  jens griesbach
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Der Ort des Geschehens gestern früh gegen 7.20 Uhr: Die Bushaltestelle vor der Lalendorfer Schule jens griesbach

Ein 14 Jahre alter Junge hat bei einem Streit vor der Lalendorfer Schule das Messer gezückt und einen Altersgenossen schwer verletzt. Der Täter stieg nach der Tat mit seiner Freundin in den Bus und fuhr nach Hause.

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09. November 2012, 06:09 Uhr

Lalendorf | Blutig endete die Auseinandersetzung zwischen zwei Jugendlichen gestern früh in Lalendorf. Bei dem zunächst verbal geführten Streit der 14-Jährigen an der Bushaltestelle vor der Schule wurde die Freundin eines der beiden Beteiligten bei einem Schlichtungsversuch von einem Schlag getroffen. Dadurch eskalierte das Gerangel derart, dass einer der Beiden ein Klappmesser zog und dem Gegenüber in den Bauch stach.

Das Opfer wurde dabei schwer verletzt, schaffte aber noch den kurzen Weg ins Schulsekretariat. Dort lief die Rettungskette "professionell und schnell" an, wie Schulleiter Ortwin Ackermann berichtete. Innerhalb von zehn Minuten erschien der Notarzt, und auch die Polizei sei binnen kürzester Zeit vor Ort gewesen.

Der Täter wurde dennoch in Lalendorf nicht mehr ergriffen, der stieg mit seiner Freundin in den nächsten Bus und fuhr nach Güstrow, wo er zu Hause ist. Polizeibeamte stellten ihn in seiner Wohnung und nahmen ihn vorläufig fest. Der Polizei ist er bereits von Sachbeschädigungen und Körperverletzungen bekannt, jedoch bisher nicht mit Gewalttaten in dieser Form, wie Gert Frahm von der Polizeiinspektion Güstrow sagt. Nach der Vernehmung in Gegenwart eines Anwaltes wurde der Jugendliche auf Weisung des Staatsanwaltes wieder entlassen.

Das Opfer befindet sich nach einer Operation im Güstrower KMG-Klinikum nach Kenntnis des Lalendorfer Schulleiters auf dem Weg der Genesung, Lebensgefahr bestehe offenbar nicht, wie die Polizei bestätigte.

Warum es zu dem Streit kam, war gestern nicht zu erfahren. Fest stehe aber, dass Täter und Opfer sich kannten. Der Täter, der am Wochenende auswärts schlief, nutzte die Bushaltestelle vor der Lalendorfer Schule als Umsteigemöglichkeit zur Weiterfahrt nach Güstrow. "Wir sind ja eine Art Drehscheibe für Schülertransport", erklärt Ortwin Ackermann. Der Haltestellenbereich gehöre nicht zur Schule, werde gleichwohl aber dennoch mit beaufsichtigt. "Solch einen Vorfall gab es bei uns noch nie", sagt Ackermann. Der Schulleiter betont, dass an der Poggeschule Themen wie Gewaltprävention oder Mobbing permanent in die Arbeit mit den Schülern einflössen. Ackermann: "Offenbar aber kann man da nie genug tun." Es sei für ihn erschreckend, dass Jugendliche heutzutage offenbar eine geringe Hemmschwelle hätten, Androhungen auch in die Tat umzusetzen.

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