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Rostock Wiro plant Kreuzfahrerliegeplatz auf Mittelmole

Von Gespräch: Dietmar Tahn | 03.12.2010, 09:46 Uhr

Das kommunale Rostocker Wohnungsunternehmen Wiro feiert heute sein 20-jähriges Firmenjubiläum.

Im NNN-Gespräch blickt Geschäftsführer Ralf Zimlich auf Erreichtes zurück und spricht über die Zukunft des Unternehmens.

Herr Zimlich, heute feiert die Wiro den 20. Geburtstag. Ist das eine Erfolgsgeschichte eines städtischen Unternehmens oder differenzieren Sie bestimmte Etappen?

Zimlich: Die Wiro ist ein sehr gut aufgestelltes kommunales Unternehmen. Kurz gesagt: Wirtschaftlich gesund, mit hoch motivierten und kompetenten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, einem sanierten, gut gepflegten Wohnungsbestand und größtenteils zufriedenen Kunden. Ja, für mich ist die Geschichte der Wiro zweifelsohne eine Erfolgsgeschichte. Ich denke für Rostock und auch bezogen auf die wohnungswirtschaftliche Branche insgesamt.

Sie sind seit rund drei Jahren Geschäftsführer. Wie fällt Ihre persönliche Bilanz aus? Was schreiben Sie sich auf die Fahnen?

Erfolg ist immer eine Mannschaftsleistung. In den vergangenen drei Jahren standen auf unserer Agenda vor allem wirtschaftliche Konsolidierung und strategische Neuausrichtung auf kommende Herausforderungen. Unsere Zahlen - von der Leerstandsquote bis zur Unternehmensentschuldung - sprechen für sich. Stolz sind wir in der Wiro aber auch auf unsere Unternehmenskultur. Hieran haben wir alle gemeinsam mit vielen Ideen und großer Begeisterung gearbeitet. Nicht zuletzt dieses gemeinsame Verständnis von unseren Zielen macht uns wirtschaftlich stark und erfolgreich.

Wie wollen Sie die Entwicklung der Wiro in den nächsten Jahren ausrichten? Wird es zusätzliche Betätigungsfelder geben?

Die Wiro ist in erster Linie eine kommunale Wohnungsgesellschaft. Das bedeutet für uns, wir werden unseren Wohnungsbestand gut instand halten und sehr kundenorientiert verwalten. Wir werden ihn entsprechend den sich verändernden Wohnbedürfnissen weiter entwickeln. Das sind kleinere Projekte wie Grundrissveränderungen, Fahrstuhlanbau und energetische Sanierungen. Dazu gehören aber auch neue Wohnprojekte wie der Likedeelerhof, ein neues Bauvorhaben am Laakkanal in Groß Klein, mit dem wir gern im kommenden Jahr beginnen wollen. Und natürlich die Mittelmole in Warnemünde, wo wir auch Mietwohnungen bauen möchten.

Mit dem Erwerb des Grundstücks auf der Mittelmole von der Reederei Scandlines ist Ihnen ein Coup gelungen. Denn dieses Areal war heiß begehrt. Warum war es richtig, dass die Wiro hier den Kaufpreis von 14,2 Millionen Euro investiert hat?

Dieses Areal ist eines der attraktivsten Grundstücke im gesamten deutschen Ostseeraum. Es erwirtschaftet bereits jetzt ausreichend Erträge aus der Vermietung und Verpachtung. Es besteht also kein finanzieller Druck. Im Gegenteil, wir haben genügend Zeit, um gemeinsam mit den Fachämtern der Stadt etwas ganz Besonderes für Rostocks Tor zur Ostsee zu entwickeln.

Gibt es schon konkrete Pläne?

Die Planungsphase beginnt erst. Aber es gibt Eckdaten, die uns wichtig sind. Wir wollen gute Nachbarn und Unterstützer sein für die Warnemünder Woche und die dort ansässigen Wassersportvereine. Wir können uns an der Mittelmole einen weiteren Kreuzfahrerliegeplatz vorstellen. Wir werden auch künftig hier Parkmöglichkeiten anbieten. Mit unserer Tochterfirma, der PGR, verfügen wir über das fachliche Know-how. An der Spitze können wir uns ein städtebauliches Highlight als Landmarke vorstellen. Das könnte ein qualitativ hochwertiges Hotel sein mit touristischen Unterlagerungen wie Cafés und Ladenlokalen. Und wir möchten natürlich Mietwohnungen bauen.

Die Hansestadt muss Schulden abbauen. Als Variante wird der Verkauf eines Pakets von Wiro-Wohnungen von mehreren Entscheidungsträgern favorisiert. Haben Sie da Vorschläge gemacht, und sehen Sie bei einem Verkauf Gefahren für die Wiro?

Über Paketverkäufe entscheidet nicht der Geschäftsführer eines Unternehmens, sondern sein Gesellschafter. Als Geschäftsführer kann ich versichern, dass wir auch in 2010 erfolgreich gewirtschaftet haben und wieder unseren Beitrag zum Haushalt der Hansestadt beitragen. Das werden wir auch in den kommenden Jahren zuverlässig tun.

Die Wiro-Mieter können also davon ausgehen, dass sie das Nonplusultra bleiben? Worauf können sich Ihre Kunden künftig verlassen?

Wir haben gemeinsam ein Leitbild entwickelt, in dem wir unseren Anspruch für unser Handeln deutlich definieren. Darin heißt es unter anderem: "Unsere Kunden können sich auf uns verlassen. Ihre Zufriedenheit ist unser Ansporn." Genau das soll auch in den kommenden Jahren so bleiben.

Sie sind aus Berlin nach Rostock gekommen. Wie wohl fühlen Sie sich in der Hansestadt mittlerweile? Wohnt der Geschäftsführer der Wiro selbstverständlich in einer Wohnung des Unternehmens?

Am Anfang habe ich in einer Wiro-Wohnung gelebt und mich übrigens gut betreut gefühlt. Mittlerweile ist Rostock längst zu meiner Heimatstadt geworden. Ich fühle mich hier wohl und möchte bleiben. Deshalb habe ich noch einmal gebaut.