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„Chorgeflüster“ Singen begeistert über Jahrzehnte

Von Redaktion svz.de | 09.12.2017, 05:00 Uhr

SVZ-Serie „Chorgeflüster“: Singkreis der Katholischen Gemeinde in Krakow am See.

„Meine Hoffnung und meine Freude“ – Das Lied schallte kürzlich an einem Mittwoch durch das Gemeindehaus der katholischen Kirchengemeinde in Krakow am See. Der Singkreis probt einmal in der Woche, um zahlreiche Festgottesdienste der Gemeinde im Jahr zu umrahmen. „Wir singen zur Ehre Gottes und zur Freude der Gemeinde“, sagt Lucia Dirks, die seit fast 30 Jahren den Chor leitet.

13 Sänger gehören zu dem Singkreis, der sich selbst gar nicht Chor nennen will. Jedoch wird vierstimmig gesungen. Erika Stark ist mit 87 Jahren die älteste Sängerin. „Ihr seid meine Familie“, so sagt sie oft. Ehrenfried Kastner (83) ist schon viele Jahre dabei, mindestens 57 Jahre müssen das mittlerweile sein. „Meine Eltern haben schon im Chor gesungen und auch mir macht es Spaß“, erzählt er. Johannes Höring (62) hatte in Krakow am See eine Wohnung bekommen und liebt den Chorgesang. „Es ist eine schöne Gemeinschaft und die Freude am Gesang verbindet“, sagt er.

Gertrud Isberner, die 1899 geboren wurde, war wohl die Urheberin der Chorarbeit in der katholischen Kirche in Krakow am See. In der Chronik ist nämlich zu lesen, dass die evangelische Kantorin auch Sänger der katholischen Kirche in ihrem Chor vereinte. „Sie war auch Klavier- und Orgellehrerin“, erinnert sich Lucia Dirks.

Viel neues geistliches Liedgut wird von den Sängern erarbeitet, aber es gehören auch ältere Lieder zum Repertoire. Advent, Weihnachten, Ostern, Pfingsten und Erntedank – das Kirchenjahr wird musikalisch vom Singkreis begleitet. Auf mancher Beerdigung und bei manchem Jubiläum wird gesungen. Doch auch zu den Patronatsfesten sind die Sänger im Einsatz. Da gibt es beispielsweise die Heilige Cäcilia, die Patronin der Sänger, deren Namenstag gefeiert wird.

„Wir genießen das, wenn wir singen“, sagt Miriam Tute. Die 25-jährige war vor Jahren in die Mädchen-Band „Bogabundas“ gekommen, die noch heute zu kirchlichen Höhepunkten auftritt, obwohl alle inzwischen weit verstreut wohnen. Im Chor genießt sie die Gemeinschaft, um einmal in der Woche vom Arbeitsalltag „runter zu fahren“.

Zu hören ist von der Singgruppe auch häufig etwas in der Stadt. So wurde auf dem Stadtfest gesungen oder kürzlich beim ökumenischen Christusfest in Gemeinschaft mit den Sängern der evangelischen Kirche. Auch weiterhin wollen die Krakower ihre Gemeinschaft pflegen und die Gottesdienste mit Liedern mitgestalten.