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Was sagen sie dazu? Schranken am Bahnhof zu: Stauproblem gelöst!?

Von hjko | 15.02.2014, 06:00 Uhr

Baustelle Rostocker Chaussee: Bürgermeister regt „radikale Lösung“ an / Straßenbauamt: zur Zeit kein Thema

In die Diskussion um die Stau- und Lärmprobleme beim Bau der Rostocker Chaussee in Güstrow gießt Bürgermeister Arne Schuldt neues Öl ins Feuer. Er regte auf der Sitzung der Stadtvertretung am Donnerstagabend an, die Schranken in der Eisenbahnstraße zu schließen. Dann wären die Staus aus Richtung Schwaaner Straße und Alex erledigt, meint er. Allerdings gibt er zu, dass es die „radikalste Lösung“ wäre.

Aber, was Schuldt nur anregt, liegt als Variante in der Schublade beim Straßenbauamt Güstrow. Das bestätigt Amtsleiter Ronald Normann. „Das ist für uns die Notlösung, wenn es ganz dramatisch wird und der Verkehr in der Schwaaner Straße oder der Eisenbahnstraße zusammenbricht. Aber er läuft ja.“ Man habe als Behörde das Problem im Auge, aber augenblicklich bestehe keine Notwendigkeit, so der Amtsleiter. Sollte es zu dieser Regelung doch kommen, würde die Schwaaner Straße ab Kreisel Bredentiner Straße Einbahnstraße. Normann sagt aber auch, dass das wieder woanders zu Staus und Wartezeiten führen würde. Aktuell verweist er auf eine Verbesserung durch das Befahren des St.-Jürgensweges in beide Richtungen. Auch bekräftigt er den Hinweis unserer Zeitung, die A-19-Abfahrt Glasewitz zu nutzen. Ein Ausbau der Straße Strenz-Neu Strenz als weitere Umleitung funktioniert nicht. Normann: „Der Bund baut keine Gemeindestraße.“ Das müssten die Lüssower tun. Aber die hätten das, so Normann, schon beim Bau der Liebnitzbrücke abgelehnt, weil sie dann die Probleme im Dorf hätten.

Für eine 30-km/h-Regelung in der Schwaaner Straße sieht er auch keine Möglichkeit. Das sei eine ausgebaute, sichere Straße . Bürgermeister Schuldt würde es allerdings als Verkehrsbehörde genehmigen, wenn ein Antrag vom Straßenbauamt gestellt wird.

Für Thomas Nienkerk von Rebus wäre das Schließen der Schranken „sehr unvorteilhaft“. „Das hätte eine gewaltige Fahrzeitverlängerung zur Folge“, verneint er die Idee. Er warnt gleichzeitig vor neuen Staus auf der Liebnitzbrücke.

Für Rettungsdienst und Feuerwehr gefährde eine Schrankenschließung nicht die Einsätze. „Wir fahren mit Sonderzeichen und nutzen primär die Brücke“, sagt Andreas Bojarra, Leiter des DRK-Rettungsdienstes. Allerdings räumt er ein Problem ein, wenn es zur Sperrung der Liebnitzbrücke durch Unfälle kommen würde.

Für Dieter Tetzlaff, Taxiunternehmer, steht fest, dass das Schließen der Schranke die Situation nicht verbessern würde. Er meint, dass der Stau woanders sogar noch größer werden könnte.