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Güstrower Schloss Sanierung des Schlosses bis 2023

Von Christian Menzel | 08.12.2016, 21:00 Uhr

Güstrower Renaissancebau soll außen in acht Bauabschnitten saniert werden.

Große Resonanz und angeregte Diskussionen Mittwochabend im Schloss. „Die Sanierung des Güstrower Schlosses kommt“, versicherte Robert Klaus, Leiter der Schweriner Außenstelle des landeseigenen Betriebs für Bau und Liegenschaften (BBL). Er gab dieses Versprechen den mehr als 100 Bürgern, die in den Festsaal zu dem Informationsabend „Sanierung Schloss Güstrow: gestern und heute“ gekommen waren. In der vom Museum angesetzten und gut angenommenen Reihe „Rendezvous im Schloss“ ging es dieses Mal ausschließlich um das Güstrower Schloss. Eingestimmt wurden die Besucher von Uwe Höppner, der einen vom damaligen Amateurfilmstudio „Nordlicht“ gedrehten Film mit Bildern der Sanierung des Renaissancebaus zwischen 1963 und 1978 zeigte.

„Sanierung am Schloss, nicht im Schloss“

Wer aber nun erwartet, dass sich bereits 2017 Kräne drehen und Fahrzeuge Baumaterial heranschaffen, wird enttäuscht sein. „2017 werden wir uns in einem ersten Bauabschnitt mit Planungsarbeiten, vor allem des Wirtschaftsgebäudes, befassen. Es folgt die Sanierung der Mauern, der Südterrasse und des Mauerwerks neben dem Torhaus. Daran schließt sich die Planung der nächsten Bauabschnitte für Südflügel, Westflügel, Torhaus und Brücke an“, erläuterte Projektleiter Holger Struck, ein gebürtiger Güstrower, den Fahrplan. Und er stellte klar: „Wir machen eine Sanierung am Schloss, nicht im Schloss.“ Was heißt, dass mit der Sanierung der Räume erst nach 2023 begonnen wird – wenn überhaupt.

Insgesamt ist die Außensanierung in acht Bauabschnitte aufgeteilt. Darin liegt auch die Krux des Vorhabens. „Wir müssen für jeden Abschnitt eine Baustelle einrichten und jede Etappe gesondert abrechnen“, erläuterte Struck. Das stelle den BBL vor große Probleme für die Materialbereitstellung. Auch eine Übertragung von überschüssigen Geldern auf nachfolgende Bauabschnitte sei nicht möglich, bedauerte Struck. Hintergrund dieser Aufteilung ist ein Deal zwischen Landesregierung und EU. Die Union fördert keine so großen Vorhaben mehr, weswegen die Sanierung gesplittet werden muss. Insgesamt ist von einer Bausumme von etwa 23 Millionen Euro die Rede. Die EU fördert 75 Prozent der Bauleistungen, den Rest steuert das Land als Komplementärmittel bei.

Barrierefreiheit und Fahrstuhl gefordert

In der Diskussion mahnte Torsten Schumann, Inklusionsbotschafter in MV, eine Barrierefreiheit im Schloss an. Die Sanierung des Schweriner Schlosses und des Güstrower Amtsgerichtes habe gezeigt, dass Denkmalschutz und Barrierefreiheit in Einklang gebracht werden können. Auch Stadtführerin Hanna Hannemann forderte mit Blick auf ältere Schlossbesucher nachdrücklich den Anbau eines Aufzugs. Während die Bauleute eine Prüfung zusagten, sah Anke Bennöhr die Realisierung kritisch. „Wir haben schon als Förderverein zu D-Mark-Zeiten viel Geld für einen Fahrstuhl gesammelt. Eingebaut wurde er nie“, bemerkte sie und fragte nach dem Brunnengarten. Er hoffe, dass dessen Sanierung noch in die laufende Förderperiode passe, entgegnete Struck. Gisela Scheithauer wollte wissen, was aus den Räumen unter der Schlossbrücke wird. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden sie entfernt, so dass eine Begehbarkeit zum Museumshof möglich werde, lautete die Antwort.

Dirk Blübaum, Direktor des Staatlichen Museums Schwerin, zu dem das Schloss Güstrow gehört, versicherte, dass die Einrichtung während der Bauphase geöffnet bleibe. „Einschränkungen werden aber nicht vermeidbar sein“, räumte er ein.