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Güstrow Revue und Generationenmeile

Von Christian Menzel | 12.06.2017, 05:00 Uhr

Kinder im Mittelpunkt bei 22. Familien- und Stadtteilfest der Awo in der Güstrower Südstadt.

Nach der Pause im vergangenen Jahr stand am Sonnabend wieder ein Awo-Familien- und Stadtteilfest im Kalender. Auch für die 22. Ausgabe hatten die Organisatoren das Motto „Jahrmarkt der Generationen“ gewählt. So feierten Jung und Alt in der Güstrower Südstadt ein über fünfstündiges Fest mit zahlreichen Aktionen, Darbietungen und Mitmach-Veranstaltungen.

Ein zentraler Anlaufpunkt war die im Freien gelegene Bühne, auf der ein Showprogramm nach dem anderen ablief. Den Auftakt gab traditionsgemäß die Kita „Kinderland“ mit der Revue „Zauberhafte Tierwelt“. Es folgten Auftritte von Gruppen der Schule am Inselsee, einem Kooperationspartner der Awo, sowie des Güstrower Carnevalclubs GCC. Inken Balla, Leiterin des Mehrgenerationenhauses, führte als Moderatorin durch das Programm und freute sich über 60 Ehrenamtler, die beim Fest tatkräftig halfen.

Im jährlichen Spendenbrief an Unternehmen der Region hatte die Arbeiterwohlfahrt wieder um Unterstützung gebeten. „Mit dem Geld helfen wir Familien, wir nehmen es für unsere soziale Arbeit und auch für die Ausgestaltung des Festes“, versichert Balla. Eine Spende von 100 Euro bekam die Kita „Kinderland“ für ihre Rutsche. Susanne Buchta, deren vierjährige Tochter Henriette die Kita besucht, hatte gehofft, dass nun endlich das lang ersehnte Spielgerät angeschafft werden kann. „Das Geld reicht aber immer noch nicht“, bemerkt die Mutti enttäuscht und überlegt, ob sie vielleicht zu einer Spendenaktion aufrufen sollte.

Wenige Meter neben der Bühne sammelt die Landtagsabgeordnete Karen Larisch (Die Linke) und ihr Team Unterschriften für eine Volksinitiative gegen Kinder- und Jugendarmut in Mecklenburg-Vorpommern. Schwungvoll setzt Eleonore Lüdemann ihre Unterschrift auf die Liste. „Es muss wirklich etwas dagegen getan werden, dass immer mehr Kinder in Armut geraten“, sagt die Mutter zweier Söhne und Oma von vier Enkeln. Ihre Freundin Ursula Küster (64) will sogar einen Weg wissen: „Wir brauchen mehr Arbeit, womit man Familien ernähren kann. Hartz IV ist da keine Lösung.“

Neben vielen neuen Partnern, die frische Ideen in das Familien- und Stadtteilfest einbrachten, gab es auch Bewährtes. So luden Awo-Mitarbeiterinnen wieder zur Generationenmeile auf. Seit 2008 ist sie im Programm, als Rekord stehen noch immer die 523 Meilen von 2010 zu Buche. Mit eine der ersten Meilen des diesjährigen Festes absolvierte Erika Lemke. „Ich nehme immer daran teil, wenn ich es gesundheitlich kann“, sagte die 79-Jährige, die im Mehrgenerationenhaus Sport treibt und in einer Gruppe singt. Ilka Köhn absolvierte den Rundgang erstmals und musste sich erst einmal die Route erklären lassen, bevor sie mit ihren Kindern Konstantin und Linus auf die Tour ging.