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Wollhalle Neue halbe Stelle für Kulturarbeit

Von Eckhard Rosentreter | 22.12.2016, 21:00 Uhr

Städtische Galerie Wollhalle: Personalergänzung ab 2018. Tourismusverein betreut künftig das Haus.

Die Güstrower Stadtvertretung ist sich einig: Weitere Abstriche an der Kulturarbeit in der Barlachstadt soll es nicht geben. Dies hat sie mit einem Auftrag an Bürgermeister Arne Schuldt (parteilos) untermauert, den Stellenplan der Verwaltung zu erweitern. Vorgesehen ist nur eine halbe Stelle, die soll ihre 20 Wochenstunden aber an einem exponierten Ort leisten – in der Wollhalle. Genauer: Sie soll die inhaltliche Konzeption und den Aufbau von Ausstellungen und alle damit zusammenhängenden Arbeitsvorgänge in der Städtischen Galerie Wollhalle begleiten.

Damit bekommt die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Stadtmuseums, die auch die Wollhalle mitbetreut, quasi eine „rechte Hand“ zugeteilt. Ab 2018 soll die Stelle eingerichtet werden, so die Forderung. Schon längst wäre die Personalaufstockung eigentlich nötig gewesen, was für 2017 jedoch am bereits festgezurrten Haushalt scheitern würde.

„Das Nachsitzen des Kulturausschusses hat sich gelohnt, es trug zur Klarheit bei“, resümierte Hans-Georg Kleinschmidt (SPD). Bereits im November stand eine Beschlussvorlage zur Abstimmung, was jedoch verschoben worden war. Darin geht es um eine Erweiterung der Aufgaben des Vereins Güstrow Tourismus. Der Verein soll ab 2018 zusätzlich zur Betreuung des Stadtmuseums auch die Städtische Galerie Wollhalle betreuen. Weil damit nicht die konzeptionelle Arbeit in der Wollhalle gemeint war, enthielt sich der Kulturausschuss komplett einer Empfehlung an die Stadtvertretung. Lediglich logistische Sicherstellung von Öffnungszeiten durch den Verein und weiterhin inhaltliche Arbeit durch die Museumsmitarbeiterin „so nebenbei“ – damit war offenkundig niemand einverstanden. Der (einzigen) Museumsmitarbeiterin drohte damit eine Überlastung, die inhaltliche Ausgestaltung der Galerie würde leiden. Doch eine Barlachstadt, bedenkt Kleinschmidt, dürfe sich keine Abstriche in der Kulturarbeit leisten.

Der neue, zusätzliche Beschluss zur Stellenerweiterung stellt fest: „Die Begründung des Bürgermeisters, durch die ständige Ausstellung im Museum sei Arbeitszeit freigesetzt worden, ist nicht nachvollziehbar.“ Deshalb stellt der Beschluss, formuliert durch den Kulturausschuss und eingebracht durch die SPD-Fraktion, auch eine weitere Forderung an den Bürgermeister: Der soll bis Anfang März eine (kurz gehaltene) inhaltliche Konzeption für die weitere Arbeit in der Wollhalle vorlegen, die neben den Ausstellungen auch anderweitige kulturelle Zwecke des Hauses darstellt.

Der ursprüngliche Antrag, eingebracht vom Bürgermeister, ist damit nicht obsolet geworden. Ab 2018 werden demzufolge alle organisatorischen Fragen rund um die Wollhalle wie Öffnungszeiten, Aufsicht, Reinigung und so weiter durch Mitarbeiter des Tourismusvereins sichergestellt. Zugleich soll der Verein den bisher eher seltener beanspruchten Veranstaltungsraum intensiver für touristische Angebote nutzen. Insbesondere will der Verein dort das Netzwerk „Genüssliches Güstrow“ mit Veranstaltungen, Märkten sowie Verkaufsangeboten regionaler Produkte etablieren.

Für diese Absichten wird die Vereinbarung der Barlachstadt mit dem Tourismusverein um zehn Jahre verlängert, bis 2027, mit einer Option für weitere fünf Jahre. Inbegriffen ist damit also weiter die Betreuung des Museums, in dessen Foyer-Räumen der Verein mietfrei die Güstrow-Information betreibt. Die Stadt bezuschusst den Verein mit bisher 100  000 Euro jährlich. Dieser Betrag wird ab 2018 – wegen der Aufgabenerweiterung Wollhalle – um 40  000 Euro aufgestockt.