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Güstrower Altstadt Monstergerüst verschwindet

Von RMAI | 22.12.2016, 05:00 Uhr

Rohbau der neuen Häuser Markt 29 und 30 in Güstrow fast fertig.

Ein Wahrzeichen im Zentrum der Stadt Güstrow verschwindet. In diesem Fall ist es weniger zu bedauern als vielmehr ein gutes Zeichen. Das gewaltige Gerüst, das in den vergangenen Monaten die Fassade des Hauses Markt 30 stützte soll bis Weihnachten verschwunden sein. Das dahinter neu errichtete Gebäude hält nun die Fassade. Jüngst wurde hier Richtfest gefeiert.

„Es waren nicht nur Einheimische und Besucher, die staunend vor diesem Raumgerüst standen, auch in der Fachwelt fand es Interesse“, weiß Bauherr Andreas Heyder zu erzählen. Ein riesiger Aufwand war damit für den Erhalt der klassizistischen Fassade betrieben worden. Nicht nur die Gerüstbauer, auch die Statiker hätten viel Arbeit gehabt. Viele Abstimmungen mit der Baufirma seien notwendig gewesen, damit der Neubau und die alten Fassade zueinander kommen. „Jetzt sind alt und neu miteinander verankert. Die neuen Zwischendecken halten die alte Fassade fest“, erklärt Heyder. „Die Mauerer haben einen guten Job gemacht“, fügt der Bauherr hinzu.

Viel Zeit habe es auch gekostet, bei Erhalt des alten Kellers die Voraussetzungen für den Einbau eines Fahrstuhls zu schaffen. Für die so genannte Unterfahrt – eineinhalb Meter unterhalb der letzten Station – seien Absteifungen und Unterfangungen notwendig gewesen. Vor wenigen Tagen aber habe man Richtfest für die Bauten Markt 29/30 feiern können. Nun sei es an den Dachdeckern, das Haus möglichst schnell dicht zu bekommen. „Als nächstes werden die Hausanschlüsse ins Gebäude gelegt“, berichtet Heyder. Die Installationsarbeiten im Innern würden folgen. Ziel sei es gewesen, den Rohbau in der Altstadt zum Winter fertig zu haben. Das sei fast geschafft.

An Stelle des riesigen Gerüstes werde im Februar ein normales Gerüst gestellt. Ein Restaurator wird die Fassade genauestens untersuchen. Ein Gutachten wird dann Auskunft darüber geben, wie der Putz aufgebaut und welche Farbe verwendet wird.

Wenn der Winter nicht allzu heftig wird, rechnet der Bauherr damit, dass die ersten Mieter im Juni oder Juli einziehen können. In beiden Gebäuden, die ein gemeinsames Treppenhaus und ein Fahrstuhl verbindet, entstehen elf Wohnungen und zwei Gewerbeeinheiten.

Im August 2014 hatte ein verheerender Brand das historische Gebäude am Markt 29 in Schutt und Asche gelegt. Auch das Nachbarhaus war so stark beschädigt worden, dass von ihm lediglich die Fassade stehen blieb. Während hier ein Neubau mit den gleichen Abmaßen entsteht, wird auch im Falle der Nr. 29 wie zuvor das gesamte Grundstück bebaut. Hier gibt es auch wieder ein Spitzdach, allerdings thront dieses auf zwei Geschossen, eines mehr als zuvor. Im Aussehen lehnt sich das neue Haus an den Vorgängerbau an.