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Sanierung des Güstrower Schlossgartens beginnt noch im September Lustgarten identisch wiederherstellen

Von Regina Mai | 08.09.2011, 06:41 Uhr

Melancholie liegt über dem Garten. Der Lavendel ist verblüht. Ein Rückschnitt erübrigt sich diesmal. Mitte bis Ende des Monats sollen die Bagger am Güstrower Schloss anrollen. Das Land investiert 3,7 Millionen Euro.

Herbstliche Melancholie liegt über dem Garten. Der Lavendel ist längst verblüht. Ein Rückschnitt erübrigt sich diesmal. Mitte bis Ende des Monats sollen die Bagger am Güstrower Schloss anrollen. Das Land investiert knapp 3,7 Millionen Euro. 75 Prozent davon sind EU-Fördermittel. Begonnen wird mit dem Lustgarten.

Zunächst, so kündigt Dietmar Braune vom Landesbetrieb für Bau und Liegenschaften (BBL) an, verschwinden alle Pflanzen - Lavendel und Buchs seien ohnehin vergreist. Lediglich der Laubengang bleibe stehen, informiert der Projektleiter für die Instandsetzung des Gartens. Zunächst müsse der Laubengang mit ziemlichem Aufwand geschützt werden. Braune spricht von einem Wurzelvorhang, der eine Schädigung der Hainbuchen während der Tiefbauarbeiten verhindern soll. Der sehr lehm- und tonhaltige Boden - Aushub vom Bau der Südstadt, der in den 1970 Jahren am Schloss aufgeschüttet wurde - nehme man zum Teil auf. "Ein kompletter Aushub wäre unwirtschaftlich", erklärt Braune. Vielmehr werde ein Drainagesystem installiert, das ein Abfließen des Regenwassers in den Schlossgraben ermöglichen soll. Außerdem kündigt der Projektleiter das Verlegen von Ver- und Entsorgungsleitungen als sinnvollen Vorgriff auf die Schlosssanierung nach 2014 an.

Im nächsten Jahr werde der Lustgarten so, wie er in den 1970er-Jahren angelegt wurde, wieder aufgebaut. Schon damals sei er nach historischen Beispielen nachempfunden worden. Auch wenn man ihn sich anders vorstellen könnte, schließe die Denkmalpflege eine zweite Nachempfindung aus, erklärt Braune. So bleibe es bei den neun Feldern von Buchsbaum gesäumt und hauptsächlich mit Lavendel bepflanzt. Auch das Herz in der Mitte bleibe erhalten, auch wenn zunächst über ein Wappen an der Stelle diskutiert worden sei. "Wir stellen den Schick der 70er-Jahre wieder her", sagt der Diplom-Garteningenieur. Einzige Neuerung: In die Mitte der einzelnen Felder werden Apfelbäume gepflanzt. Das, so berichtet Braune, sei schon bei der Neuanlage geplant, aber nicht ausgeführt worden.

Die Beete in Schlossnähe, die bisher neben Rosen und Stauden auch mit einjährigen Blumen bepflanzt wurden, sollen im Stil der Renaissance aufgewertet werden. "Sie sollen floraler und abwechslungsreicher werden", sagt Braune und nennt Kräuter und Zierkohl als Beispiele für eine typische Bepflanzung.

Erste Pläne gibt es bereits für die in den nächsten Jahren folgende Gestaltung des Brunnengartens an der Torbrücke. Da es auch hier keine historischen Befunde gebe, werde über ein modernes Wasserspiel diskutiert. Deutlich aufwerten wolle man auch den nordöstlichen Teil des Schlossgartens. Braune spricht von einem attraktiven Eingangsbereich, eventuell von einem Springbrunnen und einer Terrasse am Schlossgraben. Vorgesehen sei, diesen Bereich mehr für Veranstaltungen nutzbar zu gestalten. Während beim "Sommertraum" Künstler wie die Stelzenläufer auch künftig zwischen den Lavendelbeeten die Aufmerksamkeit auf sich ziehen können, seien Versorgungsstände doch deutlich besser am Rande des Gartens als im Laubengang aufgehoben, meint der Projektleiter.

Wann die Sanierung des Schlossgartens abgeschlossen wird, hänge auch davon ab, ob in Güstrow eine Landesgartenschau (Laga) stattfinde. Sollte das 2014 der Fall sein, wolle man 2013 die großen Sachen fertig haben, kündigt Braune an. Während der Laga würden die Arbeiten ruhen. Für den Fall, dass die Laga erst 2015 in Güstrow stattfindet, wolle man bis dahin komplett fertig sein.