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Güstrow Keine Hinweise zu „Fleischbomben“

Von hjko | 11.02.2014, 15:44 Uhr

In Güstrow gibt es keine Hinweise und Anzeigen, dass Hunde durch Rasierklingen in so genannte „Fleischbomben“ getötet wurden. Das sagen Polizei, ein Tierarzt und Ordnungsamt. Damit bestätigt sich eine Facebook-Diskussion zu dem Thema nicht.

Die Facebook-Gemeinde des Güstrower Anzeigers, die seit Montag um den Tod von Hunden in Güstrow durch so genannte „Fleischbomben“ mit versteckten Rasierklingen bangt, kann sich beruhigen. An den Vermutungen bzw. teilweise auch Behauptungen ist nichts dran. Nicht am Nachtigallenberg nahe des Brinckmangymnasiums, nicht im Rosengarten und auch nicht auf dem Markt. Das haben Nachfragen unserer Redaktion bei der Polizei, bei einem Tierarzt und beim Ordnungsamt der Stadtverwaltung ergeben.

Hauptkommissarin Kerstin Hartfil von der Polizeiinspektion Güstrow erklärte: „Weder der Kriminalpolizei noch dem Güstrower Revier ist bekannt, dass es solche ,Fleischbomben’ in Güstrow gibt, und es liegen auch keine Anzeigen vor.“ Die Inspektionssprecherin erklärte weiter: „Sollte so etwas passieren, dann geht es um Sachbeschädigung und dem- oder derjenigen drohen eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe.“ Außerdem greife das Tierschutzgesetz in solchen Fällen. Strafbar sei auch der vorsätzliche Versuch.


Tierarzt behandelte keinen verletzten Hund

Der Hinweis eines Facebook-Nutzers, dass der Güstrower Tierarzt Olaf Freudenberg einen mit einer „Fleischbombe“ verletzten Hund behandelt habe, bestätigte sich ebenfalls nicht. Olaf Freudenberg gegenüber SVZ: „Ich habe keinen Hund mit einer solchen Verletzung behandelt und höre von solchen Übergriffen das erste Mal.“ Außerdem äußerte der Tierarzt, dass er sich nicht vorstellen könne, dass einem Hund so etwas passiert. „So gierig frisst kein Hund.“ Olaf Freudenberg glaubt auch, dass es anatomisch überhaupt bei einem Hund nicht funktioniere. Höchstens eine zerkleinerte Klinge könnte er hinunterschlucken. Fraglich für ihn wäre dann aber sogar, ob das Tier einen Schaden nehmen würde. Olaf Freudenberg meint, dass der Hund durch die Art der Schleimhaut solche Teile sogar ausscheiden würde.

Entwarnung kommt auch aus der Stadtverwaltung Güstrow. Stadtsprecherin Karin Barock: „Wir haben überall gefragt. Aber es ist nichts bekannt und es gibt keinerlei Anzeigen.“ Auch hätten Mitarbeiter der Stadt bzw. konkret des Kommunalen Ordnungs- und Sicherheitsdienstes nichts in der Stadt gefunden, das auf irgendwelche verdächtigen Fleischpakete hinweise, so Bartock.

Auf Nachfrage unserer Redaktion prüfte das Ordnungsamt auch die Abmeldungen von Hunden in den vergangenen Tagen. Karin Barock: „Hier gibt es ebenfalls keine Hinweise, dass der Tod von Hunden auf solche ,Fleischbomben’ mit Rasierklingen zurückzuführen ist.“