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Güstrow In der 2. Bundesliga behauptet

Von Christian Menzel | 18.12.2017, 12:00 Uhr

SVZ-Serie „Vereine in der Region“: Viele Pokale belegen Erfolg der Barlacher Skatbuben Güstrow.

„18, 20, 22, Null, .. passe.“ Schnell werden sich die Skatspieler am Tisch einig. Ein neues Spiel, ein neues Glück. Aller zwei Wochen treffen sich die Mitglieder des Vereins Barlacher Skatbuben Güstrow und gelegentliche Gäste in der Gaststätte „Zum Landhaus“ in Sarmstorf. Nach einigem Suchen hat der Verein in der etwas abseits gelegenen Gastwirtschaft sein Stammlokal gefunden.

An den Freitagabenden werden die Vereinsmeisterschaften ausgetragen, über Gott und die Welt geklönt und die Wettkämpfe in der 2. Bundesliga ausgewertet. „Nach dem Wiederaufstieg spielen wir jetzt schon das zweite Jahr in der 2. Bundesliga Nord. Unsere Gegner kommen aus Hamburg, Kiel, Nienburg oder Emden“, sagt Vereinschef Klaus Behnke. Stolz nennt er andere Erfolge, die die Barlacher Skatbuben im Städtepokal, beim Vorstände-Pokal, bei Mannschafts- oder Einzelmeisterschaften errungen haben. Ein Dutzend Pokale in einer Vitrine im Landgasthaus belegen die Erfolge, weitere Trophäen sind in der Esso-Tankstelle in der Goldberger Straße in Güstrow ausgestellt.

Die Skatbuben gründeten im Dezember 2008 ihren Verein. Einige der Mitglieder gehörten vorher dem Güstrower Skatclub Klein Paris an, der es ebenfalls in die 2. Bundesliga geschafft hatte. „Wir haben uns nicht mehr so richtig verstanden. Es gab viel Krach und Ärger“, erinnert sich Horst Pichocki, mit 80 Jahren der Senior der Skatbuben. Als Folge hat sich der neue Verein eine „knallharte“ Satzung gegeben. „Wir stellen hohe Anforderungen an unsere Mitglieder was ihr Verhalten und ihre Disziplin angeht“, bestätigt Behnke. So heißt es beispielsweise zur Aufnahme neuer Mitglieder: „Um in den Skatclub aufgenommen zu werden, muss der Antragsteller mindestens fünfmal am Spielbetrieb teilgenommen haben und darf dabei nicht negativ aufgefallen sein.“ Mit Respekt wird in der Gruppe immer mal der Name Kurt Bergemann genannt. Der Güstrower hatte nach der Wende maßgeblich die Entwicklung des Skatspiels in der Barlachstadt vorangetrieben und war Mitbegründer von „Klein Paris“. Dem neuen Verein gehört er aber nicht an.

Was die Güstrower Skatbuben dringend brauchen, sind jüngere Mitglieder. „Eine solche Gemeinschaft, die ein gemeinsames Hobby betreibt, kann kein Internet ersetzen“, ist der Vereinsvorsitzende, ein ehemaliger Lehrer, mit Blick auf jüngere Generationen überzeugt. Sein Stellvertreter, Roland Gayk, sieht die Zukunft eher düster. „Wenn wir nicht bald jüngere Mitstreiter bekommen, gehen hier die Lichter aus“, sagt er und überlegt, dass man an Schulen Interessengruppen für Skat ins Leben rufen sollte. In Wismar, der Skathochburg in Mecklenburg-Vorpommern, und Waren/Müritz klappe das schon gut, wisse er.

Am 13. Januar steht eine Mitgliederversammlung im Kalender, auf der die Skatfreunde ihre Vorhaben für 2018 besprechen und mit ihren Frauen oder Partnerinnen feiern wollen. Apropos: auch Skatspielerinnen wären den Barlacher Skatbuben sehr willkommen.