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SVZ-Serie Im Keller mit den Patchwork-Frauen

Von SISE | 22.02.2014, 06:00 Uhr

SVZ-Serie „Ehrensache“: Heidemarie Herold leitet seit 2006 den Kreativtreff im Güstrower Awo-Mehrgenerationenhaus

Mit Nadel und Faden können sie gut umgehen, die sechs Frauen, die sich immer donnerstags im Keller des Awo-Mehrgenerationenhaus in Güstrow treffen. Als Kreativgruppe sind sie seit sieben Jahren zusammen und sind seitdem mit Patchwork-Arbeiten beschäftigt. Unter Anleitung von Heidemarie Herold (70) sind bereits viele kleine und große Schmuckstücke entstanden.

„So kann der Reißverschluss angenäht werden, oben müssen aber 1,5 Zentimeter frei bleiben“, erklärt Heidemarie Herold den Abschluss eines kleinen Täschchens, das die Frauen derzeit anfertigen. Jedes hat eine andere Farbe, jedes ist ein Unikat. Bei Patchwork-Arbeiten können Stoffreste gut verwendet werden, weil immer kleine Stoffstücken aneinander genäht ein großes Ganzes ergeben. „Wir versuchen immer etwas für den Hausgebrauch zu nähen“, sagt die Kursleiterin, die seit 2001 Patchwork für sich entdeckt hat. Sie belegte nach dem Besuch einer Ausstellung in der Petrikirche in Rostock einen Grundkursus und blieb bei diesem kreativen Hobby.

Heidemarie Herold wurde in Neustrelitz geboren, besuchte später die Kinder- und Jugendsportschule in Rostock und war nach ihrem Studium bei der Reederei als Ingenieur-Ökonom tätig. Heute lebt die 70-Jährige in Göldenitz. Dort sitzt sie häufig an der Nähmaschine und arbeitet an einem „Quilt“. Das sind gesteppte Wandbehänge oder Steppdecken. „Gerade nähe ich ein großes Stück für eine Ausstellung in Neubrandenburg“, erzählt Heidemarie Herold. Das tue sie lieber zu Hause an ihrer eigenen Nähmaschine.

Donnerstags in der Awo schaut sie den anderen Frauen über die Schulter und gibt ihnen gute Tipps. Perfekt für die Teilnehmerinnen des Kreativtreffs ist, dass Nähmaschinen hier vorhanden sind. Ob Topflappen, Deckchen oder ein Wandbehang – in der Gruppe haben sie schon manches geschaffen und verstehen sich gut. „Ohne Grund lässt keiner den Donnerstag ausfallen“, sind sie sich einig. Es ist das gemeinsame Arbeiten an gleichen oder unterschiedlichen Stücken, der Austausch und die Freude am Hobby, was die Frauen zusammen hält. Hin und wieder würden sie auch zu Hause nähen, doch meist sei dies dem Donnerstagnachmittag vorbehalten.

Schade finden sie schon, dass ihre Gruppe kaum weiteren Zuspruch erfährt. „Eigentlich muss man nur mit der Nähmaschine umgehen können“, umschreibt Heidemarie Herold die Vorkenntnisse. Da sie viel herumkomme merke sie schon, dass insbesondere in westlichen Bundesländern oft jüngere Frauen diesem Hobby nachgehen. Dies habe sie hier in Güstrow nicht so erlebt.

Die sechs Frauen aber freuen sich, wenn ihnen wieder etwas Neues gelungen haben. Und das wollen sie mit Hilfe von Heidemarie Herold auch weiterhin tun.