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Doppelte Menge Briefe und Pakete Hochbetrieb in der Neukruger Straße

Von Eckhard Rosentreter | 17.12.2010, 09:54 Uhr

Die ersten Kisten mit den Briefen aus dem Sammelzentrum Roggentin sind schon da. Bis 9 Uhr ist etappenweise alles in Güstrow eingetroffen. Die Briefe und Karten müssen zunächst in kleine Regalfächer einsortiert werden.

Um 7 Uhr beginnt der Arbeitstag für Postbotin Angelika Krüger. Auch gestern. Pünktlich war die 42-Jährige an ihrem Zustelltisch im Zustellstützpunkt in der Neukruger Straße in Güstrow. Witterungsunbilden? Da muss man halt durch, die Post will an den "Mann" gebracht sein. Gestern gehörte deshalb kräftiges Schneefegen auf dem gelben Transporter dazu.

Zuverlässig sind die Pakete aus dem Frachtzentrum Neustrelitz eingetroffen, werden in der Neukruger Straße an die zuständigen Zusteller verteilt. Um die 50 sind es jeden Tag, die Angelika Krüger in ihrem Transporter verstaut. Gestern waren es 73, an manchen Tagen in der Vorweihnachtszeit können es auch mal 100 werden.

Die ersten Kisten mit den Briefen aus dem Sammelzentrum Roggentin sind auch schon da. Bis regelmäßig gegen 9 Uhr ist etappenweise alles in Güstrow eingetroffen. Die Briefe und Karten müssen zunächst in kleine Regalfächer einsortiert werden, die im Halbkreis um die Zustellerin angeordnet sind. Jede Hausnummer in jeder Straße ihres Zustellbezirkes hat hier ihren Platz. Rund 800 Briefe täglich sind in Angelika Krügers Bereich im Goldberger Viertel, Magdalenenlust zuzustellen. Auf den Touren übers Land sind es natürlich weniger.

In der Wallensteinstraße gibts den täglichen Schlossblick

"In der Wallensteinstraße habe ich meinen täglichen Schlossblick." Die Güstrowerin freut sich, dass sie nach rund 20 Jahren Postdienst in ihrer Heimatstadt arbeiten kann. Der Großbetrieb machts möglich, dass sie von Goldberg versetzt wurde, als hier vor einigen Jahren einer der 50 Zusteller ausschied. Bei der Post geht es da nach einer Art Sozialplan, erklärt Personalchefin Sabine Kaiser: Je nach Erfahrung des Kollegen rückt man auf vom Vertreter - der sich überall auskennen muss - zum Rollierer - der nur in einigen Bereichen als "Springer" arbeitet - zum Zusteller, der "seinen" festen Bezirk hat. Das ausgeklügelte "Springerprinzip" ermöglicht es, trotz der Fünf-Tage-Woche für die Beschäftigten die Post an sechs Tagen zuzustellen.

Angelika Krüger hat seit zwei Jahren ihren festen Zustellbezirk. "Da weiß man, wo es langgeht, lernt die Leute kennen, auch wenn man sie nur kurz an der Haustür trifft. Es ist schon nett, wenn sie bei starkem Regen oder jetzt bei der Glätte mit einem mitfühlen." Zeit zum längeren Schnack freilich bleibt nicht, will sie Briefe und Pakete pünktlich abliefern. Bis gegen 16.30 Uhr geht gestern ihr Arbeitstag - hoffte sie am Morgen mit einem skeptischen Blick auf die Straßenverhältnisse. Üblicher ist eine Stunde früher. Noch schwieriger wird es wohl für ihre Kollegen, die über Land fahren. Das ganze Umland gehört zum Zustellbereich, der von Güstrow aus angefahren wird: Mühlengeez, Reimershagen, Lüssow, Groß Schwiesow, Sarmstorf, Kuhs, Bülower Burg, Gutow, Tieplitz, Lohmen, jeder noch so kleine Ausbau. Seit vier Jahren ist der Neubau in der Neukruger Straße der Zustellstützpunkt für die Postleitzahlen 18273 und 18276.

Ortschaften rund um die Stadt von Güstrow aus beliefert

Einen der 25 Transporter, die hier stationiert sind, fährt Angelika Krüger. Zwei ihrer Kolleginnen - die meisten Zusteller sind Frauen - fahren mit dem Rad im Stadtgebiet, natürlich nicht mit Paketen. "Mir fällt es im Auto leichter", gesteht die Zustellerin, "da kann man sich halt doch mal unterstellen, wenn es zum Beispiel stark regnet." Aber, so versichert Birgit Wulff, die den ordnungsgemäßen Betriebsablauf in der Neukruger Straße regelt: Die mit dem Rad unterwegs sind, würden das gerne tun.

Eine gute halbe Stunde braucht die Zustellerin zum Beladen des Fahrzeugs üblicherweise, in diesen Tagen etwas länger. Es ist halt bis zur doppelten Menge zu bewältigen. Als Angelika Krüger ihren Transporter startklar hat, ist es 9.30 Uhr geworden. Auch gestern fast ohne Zeitverzug. Der Laderaum ist voll bepackt mit den 73 Paketen, auf dem Beifahrersitz stapeln sich gelbe Plastikkisten mit den einsortierten Briefen. In wenigen Minuten, kaum später als an schneefreien Tagen, klingelt die Postfrau an der ersten Tür. Manch einer wartet da schon ungeduldig, weiß Angelika Krüger.