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Güstrower Anzeiger Hintertürchen

Von Christoph Slangen | 29.10.2009, 07:16 Uhr

Noch mehr als drei Jahre werden mindestens bis zu seiner Einführung vergehen, doch die Wogen gehen schon jetzt hoch: Das umstrittene Betreuungsgeld, von der CSU im Koalitionsvertrag durchgesetzt, ruft eine ganze Phalanx von Kritikern auf den Plan.

Die CSU will den Frauen in der traditionellen Familie, mit dem männlichen Alleinverdiener und der Frau in der Rolle als Mutter und Erzieherin daheim Anerkennung geben. Das ist löblich. Die Sozialdemokraten haben dagegen vor allem die Problemfamilien im Blick, von denen es nicht nur in der Hauptstadt Berlin viele gibt, sowohl deutsche als auch solche mit einem Migrationshintergrund. Sie befürchten, dass die Prämie dort grundfalsche Anreize setzt. Kinder, die dringend auf gemeinsame Erziehung mit anderen angewiesen wären, sei es um die Sprache oder soziales Verhalten zu lernen, würden in der Familie gehalten. Im Koalitionsvertrag haben sich die Koalitionäre ein Hintertürchen offengehalten, um das Dilemma zu lösen. Statt Barleistung können auch Gutscheine zum Einsatz kommen - zum Beispiel für Bildungsangebote. Wer von staatlichen Transferzahlungen abhängig ist, wird also wohl kaum eine Prämie von 150 Euro erhalten. Sofern das Betreuungsgeld überhaupt seinen vorgesehenen Start erlebt. Das Jahr 2013 ist noch lange hin - und die Kassen des Bundes sind leer.