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62-Jähriger erlitt schwerste Brandverletzungen Haus in Güstrow nach Feuer evakuiert

Von Hans-Jürgen Kowalzik | 11.09.2011, 06:14 Uhr

Bei einem Brand in einem Mehrfamilienhaus in Güstrow sind in der Nacht zum Sonnabend vier Menschen verletzt worden. Ein 62-jähriger Mann musste mit schwersten Brandverletzungen in eine Spezialklinik geflogen werden.

Bei einem Brand in einem Mehrfamilienhaus in der Prahmstraße 3 in Güstrow sind in der Nacht zum Sonnabend vier Menschen verletzt worden. Ein 62-jähriger Mann musste mit schwersten Brandverletzungen in eine Hamburger Spezialklinik geflogen werden, drei Personen werden in der Bützower Warnowklinik behandelt, informierte eine Sprecherin der Güstrower Polizei. Zwei Kinder, darunter ein Baby, die in einem Anbau des Hauses leben, wurden sicherheitshalber ins Güs trower Klinikum gebracht. Unverletzt konnten sie noch in der Nacht das Krankenhaus verlassen. Eine hilflose 65-jährige Frau, die auf einen Rollstuhl angewiesen ist, wurde über eine Drehleiter aus dem ersten Obergeschoss geborgen.

Nach ersten Ermittlungen brach das Feuer vermutlich in Kellerräumen und im Treppenhaus aus. Ermittelt werde nach Zeugenaussagen wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung, so eine Polizeisprecherin. Angeblich sollen Jugendliche Feuerwerkskörper gezündet haben, erfuhr SVZ. Zum Zeitpunkt des Brandausbruchs hielten sich 13 Personen im Haus und einem bewohnten Anbau auf. Das Haus wurde evakuiert. Alle nicht verletzten Einwohner kamen bei Verwandten und Bekannten unter. Die sechs Wohnungen des dreigeschossigen Eckhauses sind nicht mehr bewohnbar.

Um 2.18 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr Güstrow über den Notruf 110 alarmiert. Sie rückte mit sechs Fahrzeugen und 25 Kameraden an. Wehr- und Einsatzleiter Hannes Möller: "Das Problem war die starke Rauchentwicklung. Außerdem hatte sich das Feuer im Treppenflur bereits so ausgedehnt, dass es keinen Fluchtweg gab, und der Hitzestau war sehr groß." Matthias Klich und Michael Merboth waren die ersten Kameraden, die sich mit schwerer Atemtechnik durch das Feuer kämpften. Zur gleichen Zeit retteten Andreas Bremer und André Seemann über die Drehleiter die gehbehinderte Frau vor dem Feuer.

Noch unter Schock erlebte Hartmut Loga das Feuer. Fassungslos stand er vor dem Haus. Besonders schlimm für ihn, der seit 1985 in dem Haus wohnt, dass sein Bruder Peter bei dem Brand verletzt wurde. Der war am Tag zuvor aus Hessen zum Besuch angereist. Hartmut Loga: "Wir haben noch bis Mitternacht Fernsehen geschaut. Dann wachte ich kurz vor zwei durch Schläge an der Tür und einen Knall auf. Es qualmte und im Flur brannte es bereits lichterloh. Dann rief ich die Feuerwehr an und bin mit meinem Bruder aus dem Fenster auf die Straße gesprungen."

Im Einsatz waren weiter die Güstrower Polizei, die DRK-Rettungswache, die Schnelle Einsatzgruppe des DRK, Ärzte und Vertreter der Stadtverwaltung. Hannes Möller: "Es war der schwerste Brand in den vergangenen Monaten in Güstrow."